Der VfL schießt Möchengladbach in die Krise

Der VfL Wolfsburg bleibt erster Verfolger von Bayern München und hat Borussia Mönchengladbach endgültig in die Krise geschossen. Das Team von Trainer Lucien Favre verlor das Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga am Sonntagabend mit 0:1 (0:1) und damit bereits seine dritte Ligapartie in Serie. Ein Torwartfehler von Yann Sommer begünstigte das Tor des Tages durch Neu-Nationalspieler Robin Knoche (12. Minute), durch das Wolfsburg mit nun 26 Punkten Platz zwei hinter den Bayern festigte.  

Der frühere Bayern-Verfolger Gladbach rutschte dagegen vorerst aus den Champions-League-Rängen und ist nach 13 Spieltagen mit 20 Zählern nur noch Fünfter. Gladbach wartet seit nunmehr elf Jahren auf einen Sieg in Wolfsburg – der letzte datiert vom 22. November 2003.  „Die Mannschaft hat heute einen hervorragenden Job gemacht“, lobte VfL-Trainer Dieter Hecking drei Tage nach dem 0:2 gegen den FC Everton in der Europa League. „Dieser Sieg ist nach den zwei Niederlagen zuletzt umso höher zu bewerten. Ich glaube, im Moment macht die Mannschaft sehr, sehr viel richtig.“


Der VfL Wolfsburg hat Platz zwei in der Fußball-Bundesliga gefestigt. Die Niedersachsen bezwangen am Sonntag im Spitzenspiel Borussia Mönchengladbach mit 1:0 (1:0) und liegen mit nun 26 Punkten weiter sieben Zähler hinter Tabellenführer Bayern München.

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Kollege Lucien Favre wollte sein Team nicht kritisieren, bemängelte aber die Chancenverwertung vor der Pause. „Da hatten wir 62 Prozent Ballbesitz. Wir haben gekämpft und alles gegeben“, sagte der Schweizer. „Ein wenig hat heute gefehlt: bei den Torchancen und mit der Geduld. Momentan ist es schwer.“ 

Abtasten und kein Risiko – von Safety first waren nur die ersten Minuten in der mit 30.000 Zuschauern ausverkauften VW-Arena geprägt. Knoche nutzte gleich die erste und einzige echte Chance der Hecking-Elf vor der Pause: Nach Flanke von Marcel Schäfer missglückte die Faustabwehr von Gladbachs sonst so sicherem Keeper Sommer, der VfL-Abwehrspieler musste nur noch seinen Fuß hinhalten – ein Glückstor aus Nahdistanz. „Das ist wirklich ein bisschen unglücklich gewesen“, gab Sommer zu. 

In der Defensive standen die Wolfsburger zunächst sicher – gegen zwei Viererketten kamen die sonst so offensivstarken Borussen in der ersten Viertelstunde überhaupt nicht zum Zug. Doch das 0:1 weckte die Gäste offenbar, Wolfsburg zog sich nach der Führung zurück und gab dem Gegner mehr Raum. Nun war es eine Partie auf Augenhöhe.  

Nach der ersten Ecke der Gäste wurde es auch für Wolfsburgs Keeper Diego Benaglio gefährlich: Gegen Roel Browers, der sein Startelf-Debüt in dieser Bundesligasaison gab, musste der Vorgänger von Sommer in der Schweizer Nati nach einer Ecke sein ganzes Können abrufen (18.). Großes Glück hatte Benaglio beim Kopfball von Patrick Herrmann (30.), auch Max Kruse vergab (33.). 

Nach der Pause drehten die Wolfsburger wieder auf, das 2:0 lag mehrmals in der Luft: Ivica Olic und Ivan Perisic scheiterten kurz hintereinander – beim Abstauber stand Kevin De Bruyne im Abseits (58.). Favre versuchte es 20 Minuten vor dem Ende noch einmal mit einem offensiven Doppelwechsel: Ibrahima Traoré und Thorgan Hazard kommen für André Hahn und Kruse (71.). Doch Chancen konnten sich die Gäste bis auf den Querschläger von Weltmeister Christoph Kramer in der Schlussminute ans Außennetz nicht mehr erarbeiten. 

Beiden Teams fehlte ein Schlüsselspieler im zentralen Mittelfeld: Die Sechser Luiz Gustavo (Gelb-Sperre) bei Wolfsburg und Xhaka (Gelb-Rot-Sperre) im Gästeteam. Allerdings hatten die Gladbacher mit dem zweiten Auswärtsspiel innerhalb von drei Tagen – nach dem 2:2 am Donnerstag in Villarreal – die höhere Belastung zu verkraften. Zudem fehlte ihnen der zweikampfstarke Abwehrspieler Martin Stranzl, für den Österreicher rückte Brouwers in die Innenverteidigung. Dafür kehrte der zuletzt angeschlagene Kramer in die Startformation zurück.

dpa

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