Gelsenkirchen (dpa) – Das Tor zum Achtelfinale in der Champions League steht weit auf. Mit einem Heimsieg gegen den schwächelnden FC Arsenal kann der FC Schalke 04 schon hindurchgehen.
Das bittere 2:3 in Hoffenheim dient den Königsblauen nach dem ersten großen Frust als Warnschuss und Muntermacher zugleich. «Wir haben alle Chancen. Wir haben in London gewonnen, warum sollte uns das nicht auch vor unseren eigenen Fans gelingen?», meinte Benedikt Höwedes vor der Partie am Dienstag in der Veltins-Arena.
Der Kapitän ist sicher, dass man die dumme Last-Minute-Pleite vom Samstag aus den Köpfen hat: «Ich glaube nicht, das uns die Niederlage in Hoffenheim einen Knacks versetzt hat. Dadurch lassen wir uns nicht aus dem Konzept bringen.»
Die Ausgangslage für den Bundesliga-Zweiten in der Königsklasse ist nach zwei Siegen und einem Remis hervorragend. Spitzenreiter Schalke käme mit einem Heimsieg gegen Arsenal (6 Punkte) auf 10 Zähler und wäre in den noch ausstehenden zwei Spieltagen nicht mehr von einem der ersten beiden Plätzen in der Gruppe B zu verdrängen – egal was die anderen machen.
Denn: Der direkte Vergleich mit dem vermeintlich größten Konkurrenten Arsenal in der Gruppe B wäre klar zugunsten der Schalker entschieden. Und einen Vergleich mit drei punktgleichen Teams gäbe es nur, wenn Olympiakos Piräus (3) am Dienstag gegen Schlusslicht Montpellier HSC (1) siegt und dann wie Arsenal noch vier Punkte holt. Das klappt nur, wenn Griechen und Engländer sich am letzten Spieltag remis trennen und vorher ihre Partie gewinnen. Bei drei Teams mit 10 Zählern würde Schalke jedoch am besten abschneiden. Das Ticket für die K.o.-Runde wäre gelöst.
Soll der Revierclub – einen Heimsieg gegen das Team um Lukas Podolski und Per Mertesacker vorausgesetzt – noch von Platz eins verdrängt werden, muss entweder Piräus oder Arsenal die letzten zwei Spiele gewinnen, würde dann aber das jeweils andere Team eliminieren. Die Franzosen haben nur mit drei Siegen noch eine kleine Chance.
Von solcher Arithmetik halten die Protagonisten nicht viel, sie beschäftigen sich nur mit der kommenden Aufgabe. «Wir sollten nicht voreilig so weit in die Zukunft schauen. Wir müssen die nächsten drei Spiele erst einmal erfolgreich gestalten», warnt der seit Wochen in Galaform auftrumpfende Jefferson Farfán.
Wie der Flügelflitzer befürchtet auch Höwedes ein hartes Stück Arbeit. «Das wird alles andere als einfach, ich glaube sogar, schwieriger als im Hinspiel», so der Kapitän, der wohl mit dem nach seiner Windpocken-Infektion genesenen Kyriakos Papadopoulos statt mit Joel Matip die Innenverteidigung bilden wird. Höwedes lässt sich auch durch die aktuelle Formschwäche der Gäste nicht blenden, die in der Premier League nach dem 1:2 bei Manchester United schon neun Punkte hinter Spitzenreiter «ManU» liegen. «Arsenal hat nach wie vor eine Klassemannschaft, außerdem kehren einige gute Spieler zurück, die bei unserem 2:0 in London gefehlt haben.»
Viel diskutiert wird die Frage, ob Trainer Huub Stevens weiterhin Torhüter Lars Unnerstall vertraut, obwohl dieser in Hoffenheim bei zwei Gegentoren unglücklich agierte. Oder ob Ex-Nationalkeeper Timo Hildebrand, der unlängst Ansprüche anmeldete, ins Gehäuse zurückkehrt. Manager Horst Heldt mochte Unnerstall «im Grunde keinen Vorwurf» machen. «1:1-Situationen können immer so ausgehen, dass die Bälle reingehen, oder eben nicht. Die Hoffenheimer haben ihn eben nicht angeschossen, wir Tim Wiese schon.»
Voraussichtliche Aufstellungen:
FC Schalke 04: Unnerstall (Hildebrand) – Uchida, Höwedes, Papadopoulos (Matip), Fuchs – Neustädter, Jones – Farfan, Holtby, Afellay – Huntelaar
FC Arsenal: Mannone – Sagna (Jenkinson), Mertesacker, Vermaelen, Santos – Wikshire, Arteta – Walcott, Cazorla, Podolski – Giroud
Schiedsrichter: Rizzoli (Italien)
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