2002 spielte Oliver Kahn eine überragende Weltmeisterschaft. Nur einmal erwischte er einen rabenschwarzen Tag und das war ausgerechnet im Finale. Ein schwerer Patzer Kahns ermöglichte Brasilien damals den Weg zum WM-Titel. “Ich lebe heute wunderbar mit dem Vizeweltmeistertitel. Wichtig ist, dass man solche Sachen verarbeitet”, hat der “Titan” die Vergangenheit mittlerweile aber schon hinter sich gelassen und reist nun erstmals nach Brasilien.
Im SPORTMAGAZIN-Interview spricht der 44-Jährige Ex-Goalie über die heimische Bundesliga, einen freudigen Empfang in Brasilien und erklärt, was Pep Guardiola bei Bayern München ändern muss.
SPORTMAGAZIN: Sie sind Markenbotschafter des neuen Bundesliga-Namensgebers Tipico. Wird man Sie künftig auch des Öfteren in den heimischen Stadien sehen?
Oliver Kahn: Im Juli, wenn bei euch die Meisterschaft schon wieder losgeht, wird das schwierig, weil ich ja als Experte für das ZDF bei der WM in Brasilien bin. Aber danach gibt es dafür sicher genug Möglichkeiten. Österreich ist ja zum Glück nicht so weit weg.
Apropos Brasilien: Erwarten Sie Jubelstürme beim Empfang?
Ich werde sicher mit offenen Armen empfangen, immerhin hab ich viel dazu beigetragen, dass sie 2002 Weltmeister geworden sind. Dementsprechend erwarte ich viel Sympathie und unzählige Party-Einladungen. Ganz im Ernst: Ich war noch nie in Brasilien und freue mich ganz besonders auf dieses Land.
Wie sehr ärgert Sie die Finalniederlage heute noch?
Ich hab ja auch ein Champions-League-Finale verloren. Wichtig ist, dass man solche Sachen verarbeitet. Ich lebe heute wunderbar mit dem Vizeweltmeistertitel.
Warum war Bayern gegen Real so chancenlos?
Der permanente Ballbesitz darf nicht zum Selbstzweck werden. Irgendwann muss auch mal in hohem Tempo nach vorne gespielt werden. Nach dem Gewinn der Meisterschaft war das einfach nicht mehr der Fall.
Was muss Pep Guardiola ändern?
Ich hab mich vor der Saison gefragt: Wird er die Kultur von Barcelona zu hundert Prozent auf den FC Bayern übertragen oder ist er bereit, Kompromisse einzugehen? Die Mannschaft muss überzeugt davon sein, was er will.
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