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Leverkusen im Teamcheck

Bayer startet Großangriff auf Borussia Dortmund

17.08.2014, 19:51 Uhr
| t-online.de

Bayer Leverkusen im Teamcheck: Die Werkself startet den Großangriff auf den FC Bayern. Ist Bayer Leverkusens teuerster Transfer der Vereinsgeschichte: Hakan Calhanoglu. (Quelle: imagoEibner Europa)


Ist Bayer Leverkusens teuerster Transfer der Vereinsgeschichte: Hakan Calhanoglu. (Quelle: Eibner Europa/imago)

Von Steffen Engesser

Satte 29 Millionen Euro investierte Bayer Leverkusen in der Sommerpause in den Kader. Die runderneuerte Werkself soll unter dem neuen Trainer Roger Schmidt in der Bundesliga durchstarten. “Wir wollen die Dortmunder ärgern. Vielleicht zusammen mit Schalke und Wolfsburg. Unser Hauptziel ist die Champions League“, gibt Rudi Völler als Saisonziel aus. Von einem Angriff auf den Liga-Primus FC Bayern will Leverkusens Sportdirektor indes nichts wissen. Die Meisterschaft ist – zumindest offiziell – in der Bayer-Chefetage kein Thema.

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In München sieht man das anders. Für Karl-Heinz Rummenigge ist Bayer ein ernstzunehmender Konkurrent im Titelkampf. Im Teamcheck nimmt t-online.de das neue Personal der Werkself unter die Lupe und zeigt, wo die Rheinländer am Saisonende landen werden.

1. Personelle Situation

Hakan Calhanoglu ist der Königstransfer der Rheinländer und gleichzeitig der teuerste Neuzugang der Vereinsgeschichte. 14,5 Millionen Euro überwiesen die Leverkusener nach wochenlangem Transferhickhack schließlich auf das Konto des Hamburger SV. Auch die Dienste von Stürmer Josip Drmic (6,8/1. FC Nürnberg) und Außenverteidiger Wendell (6,5/Gremio Porto Alegre/Brasilien) ließ sich Leverkusen einiges Kosten. Zudem sollen Offensivspieler Vladlen Yurchenko (255.000/Schachtjor Donezk), Abwehrspieler Tin Jedvaj (AS Rom, Leihe) und Karim Bellarabi (Eintracht Braunschweig, Leihe beendet) den arrivierten Spielern Dampf machen. Mit Kyriakos Papadopoulos, der bei Schalke 04 nach zahlreichen Verletzungen nicht mehr wie gewünscht zum Zug kam und für ein Jahr ausgeliehen wurde, komplettierte die Werkself ihre Transferbemühungen.

Geschäftsführer Michael Schade zeigte sich mit den getätigten Investitionen zufrieden. “Wir haben uns gut verstärkt. Und wir haben dafür Summen gezahlt, die alles in den Schatten stellen, was Bayer bisher je gemacht hat.” Auch in Sachen Abgänge hat sich einiges getan. Der Verkauf von Emre Can, der für 12 Millionen Euro zum FC Liverpool wechselte, spülte einen Teil der investierten Summe wieder in die Bayer-Kasse. Zudem verließen unter anderem Jens Hegeler (900.000/Hertha BSC) und Sidney Sam (2,5/Schalke 04) den Bundesliga-Vierten der Vorsaison.

2. Stärken und Schwächen

Leverkusen hat mächtig investiert – und das könnte sich in dieser Saison auszahlen. Nicht umsonst bezeichnete Sportdirektor Völler den Bayer-Kader 2014/15 als den “in der Breite besten, den wir je hatten”. Neben den Stars wie Stefan Kießling und Calhanoglu und den etablierten Kräften wie Lars Bender, Gonzalo Castro und Simon Rolfes drängen beispielsweise die U19-Europameister Julian Brandt und Levin Öztunali, der Enkel des HSV-Idols Uwe Seeler, in die Startelf und halten den Konkurrenzkampf und damit den Druck im Kader hoch.

Auf etwaige Verletzungen oder Formkrisen einzelner Spieler scheint Bayer – im Gegensatz zur letzten Saison – gut vorbereitet. Im Umkehrschluss bleibt abzuwarten, ob Coach Schmidt seine Stars und Top-Talente bei Laune halten kann. Gerade wenn der ein oder andere Spieler mal nicht zum Einsatz kommt.

Auch über Leverkusens Taktik schwebt vor dem Saisonstart bei Borussia Dortmund noch ein Fragezeichen. Es ist fraglich, wie schnell die Mannschaft das neue Spielsystem des Trainers verinnerlicht. Schmidt ließ in der Vorbereitung meist eine 4-4-2-Formation auflaufen, die aus vier Verteidigern, zwei defensiven und zwei offensiven Mittelfeldspielern sowie zwei Stürmern besteht.

Doch auch wenn in den ersten Saisonspielen noch nicht alles funktionieren sollte, Schmidts Spielvarianten und Taktik-Kniffe dürften sich im Laufe der Saison zu einer der Stärken im Bayer-Spiel entwickeln. Mit laufintensivem Offensivpressing und Vollgas-Fußball will der Coach auch in Leverkusen Erfolg haben. 

3. Trainer

Roger Schmidt ist der große Hoffnungsträger in Leverkusen. Denn dort, wo der 47-Jährige zuletzt arbeitete, herrschte Erfolg. Aus Paderborn machte Schmidt einen ambitionierten Zweitligisten, Red Bull Salzburg führte er anschließend in Österreich zur Meisterschaft. Schmidt gilt als akribischer Arbeiter, der für schnellen und attraktiven Offensivfußball steht. 

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4. Prognose

Leverkusen scheint für die kommende Spielzeit sehr gut gerüstet. Vor allem in der Breite ist der Kader qualitativ stärker als in der vergangenen Saison. Auch bei einer etwaigen erfolgreichen Champions-League-Qualifikation (gegen den FC Kopenhagen) und der damit verbundenen Doppelbelastung dürfte Bayer in der Bundesliga ein sehr gute Rolle spielen. Am Ende der Saison 2014/15 landet die Werkself auf Tabellenplatz drei und qualifiziert sich sich so souverän für die Königsklasse.

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