FC Bayern München im DFB-Pokal: VfL Bochum will Triple-Verderber spielen

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Frank Goosen hat ein Talent für klare und eingängige Worte. Vor dem Pokal-Viertelfinale gegen Bayern München fasste mal wieder niemand in Bochum die Stimmung so treffend zusammen wie der berühmteste Kabarettist der Stadt, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des VfL ist. “Realistisch betrachtet ist es wahrscheinlicher, dass am Ende der FC Bayern das Spiel gewinnt”, sagte er im Interview mit dfb.de: “Aber auf wahrscheinlich ist geschissen.”

Kämpferischer und entschlossener kann ein Zweitligist nicht in ein Spiel gegen den Branchenprimus gehen. Alles, was der VfL nach der Rückkehr aus dem Winterurlaub auf die Beine gestellt hat, lässt erahnen, dass es für den haushohen Favoriten am Aschermittwoch (20.30 Uhr/Live-Ticker) durchaus ungemütlich werden könnte. Der Gedanke, Pep Guardiola und dessen Super-Super-Bayern das Triple zu verderben und erstmals seit 1988 ins Halbfinale einzuziehen, ist nicht nur bei den Fans angekommen.

“Wir sind topmotiviert, freuen uns auf das Spiel und wollen es genießen. Wir werden alles hineinwerfen, was in uns steckt”, sagte Spielmacher Marco Terrazzino.

In der Winterpause hatte Trainer Gertjan Verbeek fast ausschließlich gegen Top-Teams aus der ersten Liga antreten lassen. Der durchaus nicht risikolose Plan ging voll auf. Der VfL gewann bei Bayer Leverkusen 2:1, gegen Borussia Mönchengladbach 5:2 und bei Hertha BSC 4:1. Zudem verlief das Trainingslager in Belek im Gegensatz zu dem anderer Zweitligisten extrem harmonisch und zielführend.

Entsprechend lief am Freitag eine bis in die Haarspitzen motivierte Elf im ersten Pflichtspiel des Jahres gegen den Tabellenzweiten SC Freiburg auf und siegte überzeugend 2:0. Danach legten die Spieler engültig alle Zurückhaltung ab. “Ja, wir wollen aufsteigen”, sagte der ehemalige Mainzer und Schalker Tim Hoogland, gegen Freiburg der Schütze des 2:0 und eine der Stützen des Teams.

Seit 418 Minuten sind die Westfalen in Pflichtspielen ohne Gegentor. Die Abwehr um Kapitän Patrick Fabian (“In 99 von 100 Spielen gewinnen die Bayern, aber vielleicht ist die eine Partie ja am Mittwoch”) entwickelt sich immer mehr vom Sorgenkind zum Glanzstück, und in der Offensive sind die kantigen Simon Terodde oder Peniel Mlapa jederzeit auch für einen Lucky Punch gut.

Es läuft derzeit dermaßen rund an der Castroper Straße, dass selbst der sonst eher defensive Sportchef Christian Hochstätter bei noch immer fünf Punkten Rückstand auf Rang drei betonte: “Es muss unser Anspruch sein, noch einmal oben anzugreifen.”

Da kommt ein “Kann-Spiel” gegen die Bayern gerade recht. “Wir haben gegen Freiburg gezeigt, wie leidenschaftlich wir spielen können. Das wollen wir auch gegen die Bayern und es irgendwie in die Verlängerung oder ins Elfmeterschießen schaffen”, sagte Manuel Riemann. Der VfL-Torwart hatte 2008 mit Wacker Burghausen in der ersten Pokalrunde gegen die Bayern an der Sensation geschnuppert und erst im Elfmeterschießen verloren. Riemann: “Wenn es soweit kommt und wir dann auch gewinnen, können wir von mir aus 400 Elfmeter schießen. Ich hätte dann Zeit.”

(ems/sid)

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