Wolfgang Krebs & Die Bayerischen Löwen – München – 07.07.2013

Politischer Aschermittwoch mit Parodist Wolfgang Krebs und den Bayerischen Löwen.

Der “Politische Aschermittwoch” zählt zu den Großereignissen bei allen Parteien. Eine ganz besondere Ausgabe gibt es davon nun auch im Fröttmaninger Theaterzelt. Es wird laut und zünftig, wenn Stoiber, Beckstein und Seehofer – die Dreifaltigkeit der bayerischen Ministerpräsidenten – ihre biergeschwängerten Festreden von der Bierzeltkanzel schmettern und mit der Politik und ihren Machern abrechnen: “Bei uns in Bayern gilt immer noch das Alte Testament und nicht das Grundgesetz, liebe Kreuzritter”, teufelt Stoiber in die Menge, wobei Seehofer die Parteikollegen schon mal als “ausgezuzelte Gott?sackerfliegen” derbleckt. Viel zu lange ist die Trägheit umgegangen im alten Bayern, aber Stoiber macht sie alle wieder katholisch: “Bayern muss wieder mehr nach Stoiber klingen”, sprach?s ernst und die Zuschauer toben, wenn sich Kabarettist und Parodist Wolfgang Krebs Edmunds gestammelten Werken widmet und das “R” besser rollt, als es ein Horst Seehofer im Original je könnte. Der Burghauser Anzeiger untertreibt nicht, wenn er lobt: “Wolfgang Krebs zählt zum Besten, was das bayerische Politkabarett derzeit zu bieten hat.”

Zum Besten, was die bayerische Blasmusikszene derzeit zu bieten hat, gehören eindeutig die Bayerischen Löwen. Wenn die hochmusikalischen Blechrebellen zur Spitzzüngigkeit eines Stoiber, Beckstein oder Seehofer ihre “Bayerischen Blechgesänge” auffahren, dann ist Revolution unter dem weiß-blauen Zelthimmel. Die Löwen verbinden traditionelle Blasmusik mit poppigen Melodien, spicken das Ganze mit A-cappellla-Gesang und sind dazu noch urkomisch. Sie blasen einem Herrn Stoiber ordentlich den Defiliermarsch, streifen Songklassikern den Mundartmantel über und holen den Oberkrainer ins neue Jahrtausend. Das ist “Blasmusiktheater in zwei Akten” wie die Löwen in ihrer niederbayerischen Heimat von der Presse beschrieben werden.

Krebs und die Löwen – das passt! Aufmüpfiger Marsch trifft aufbrausende Ministerpräsidenten. Bayerischer geht?s nicht. Sie werden das sinkende Schiff Bavaria in den sicheren Hafen der absoluten Mehrheit schleppen. Und wenn alles nichts hilft, dann besinnt man sich zurück auf Altbewährtes: die Zeit Ludwigs II., denn schließlich war Neuschwanstein auch nichts anderes als die Bayern LB des 19. Jahrhunderts. Und Musik, die hat der “Kini” auch gern mögen.

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