Aus Stuttgart berichtet Dirk Adam (Twitter: @dirk_adam)
Kapitän Philipp Lahm fand lobende Worte für den Bundestrainer, dessen Drohung am Montag wie eine Bombe einschlug. Löw wechselt seinen Kurs – weg vom Kuschel-Image, hin zu klaren Ansagen an seine Mannschaft.
Nur wer wirklich fit ist, darf mit zur WM (12. Juni – 13. Juli). Insgesamt 23 der begehrten Tickets hat Löw zu vergeben. Am 2. Juni läuft die Nominierungs-Frist des Weltverbandes FIFA ab. Zuvor will der DFB-Coach am 8. Juni sein vorläufiges WM-Aufgebot benennen.
Müller mit Muskelfaserriss
“Die Worte des Bundestrainers sind bei den Spielern positiv angekommen. Jeder muss sich bewusst sein, dass es jetzt los geht. Wir haben große Ziele bei der WM. Da spielt es keine Rolle, was man vorher erreicht hat”, erklärte Lahm in Stuttgart (Video zur Pressekonferenz).
Knapp 100 Tage vor dem WM-Start testet die deutsche Nationalmannschaft am Neckar gegen Chile (Mittwoch ab 20:45 Uhr im Liveticker bei eurosport.yahoo.de). Der Konkurrenzkampf um die WM-Tickets ist eröffnet, die Tür für neue Spieler nach Aussage von Löw weit offen. Dabei stehen die Stammspieler bereits fest.
Löw wird in Brasilien auf den kompletten Bayern-Block zurückgreifen, der bis auf Müller in Stuttgart am Start ist. Müller laboriert an einem Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel, dürfte sich aber in den nächsten Tagen wieder beim FC Bayern zurückmelden.
Hummels’ Kampf um Brasilien
Müller sowie seine sechs Teamkollegen sind gesetzt. Während die Dortmunder Profis immer wieder Verletzungspech hatten, steht der Bayern-Block bereit. Neben Müller können Lahm, Schweinsteiger Neuer, Götze, Boateng und Kroos bereits ihre WM-Koffer packen.
Die sieben Triple-Sieger sind sicher dabei. Hinzu kommen Klose, Özil und Mertesacker, die ebenfalls sicher für Brasilien planen können. Gute Chancen rechnen sich Hummels, Reus, Schürrle, Schmelzer, Weidenfeller, Adler, Podolski, Großkreutz und Lars Bender aus.
BVB-Profi Mats Hummels kämpft nach seiner langen Verletzung im Moment um den Anschluss, aber der Innenverteidiger dürfte im Hinblick auf die WM nicht zu ersetzen sein. Größter Gewinner ist Kevin Großkreutz, der durch seine Flexibilität überzeugt.
WM-Zug bereits abgefahren
Nach drei Jahren Pause kehrt er am Mittwoch gegen Chile zurück in den DFB-Kader. Während Lahm wieder im defensiven Mittelfeld spielt, besetzt Großkreutz die rechte Außenverteidger-Position. “Ich will zur WM”, stellte der Dortmunder klar.
Das wollen auch Sami Khedira und Ilkay Gündogan. Beide zählen zu den Wackelkandidaten neben Gomez, Höwedes, Kruse, Sam, Draxler, Sven Bender und Jansen. Während Khedira große Fortschritte macht, ist der Gesundheitszustand von Gündogan weiterhin unklar.

“Ich kann im Moment nichts Genaueres sagen”, so Löw, nachdem er zum aktuellen Zustand von Gündogan befragt wurde. Für den defensiven Mittelfeldmann dürfte der WM-Zug abgefahren sein, denn in dieser Saison wird er wahrscheinlich kein Spiel mehr bestreiten.
Lasogga fällt verletzt aus
Geringe Chancen stellt Löw den vier Neulingen Lasogga, Hahn, Ginter und Mustafi in Aussicht. Das Quartett soll frischen Wind ins Team bringen – mehr nicht.
Stürmer-Neuling Pierre-Michel Lasogga hatte zudem Riesenpech. Der Hamburger zog sich im Abschlusstraining eine Muskelverhärtung im Oberschenkel zu und brach die Einheit ab. Das bestätigte Manager Oliver Bierhoff. “Lasogga hat sich leider verletzt und fällt aus”, sagte Bierhoff.
Westermann, Zieler und Volland können von der WM allenfalls nur träumen. Keine Chance auf Brasilien haben ter Stegen, Badstuber, Hunt, Kießling, Rolfes, Reinartz, Wollscheid, Holtby, Nicolai Müller und Neustädter. Während der Bayern-Block um den Titel kämpft, werden sich diese Spieler die WM zu Hause anschauen.
VIDEO – DFB-Team: Das große Zittern beginnt