Ehe sich der Rat mit dem Etatentwurf befasste, ging es um einige kleinere Posten. Die Schützenkameradschaft benötigt für ihre Schießanlage einen computergesteuerten Rasenmäher, um auch unter den Seilen mähen zu können. „Das ist nicht gerade ein Pappenstiel“, meinte Günther Ringen. Ursula Otten (SPD) sagte, man habe im Finanzausschuss lange darüber diskutiert mit dem Ergebnis, dass sich die Gemeinde mit 20 Prozent, aber höchstens mit 500 Euro, an den Anschaffungskosten beteiligt. Das wurde einstimmig beschlossen.
Die Kirchengemeinde Sankt Gallus in Rhade, zu deren Kirchspiel Hanstedt gehört, hat wie jedes Jahr einen Zuschussantrag für ihre Jugendarbeit gestellt. Der Rat bewilligte 200 Euro. 500 Euro bekommt die Lambertusgemeinde in Kirchtimke, zu der Breddorf gehört, für die Instandsetzung ihrer Orgel.
Kita wünscht sich Spielgeräte
Der Kindergarten „Waldzwerge“ möchte drei neue Spielgeräte anschaffen. Dabei handelt es sich, wie Ursula Otten erklärte, um ein Magnetspiel, mit dem aus Stangen Figuren gebaut werden können, um eine Kugelbahn und um einen „Rodeo-Twister“, mit dem der Gleichgewichtssinn trainiert werden kann. Die 100 Euro für das Magnetspiel sollen sofort bewilligt werden, die 350 Euro für die Kugelbahn nach den Sommerferien, wenn die Gemeinde weiß, wie sich ihr Haushalt entwickelt, und der „Rodeo-Twister“ im nächsten Jahr. Auch dies wurde einstimmig beschlossen.
Die Straße hinter dem Breddorfer Ortsteil Ehebrock nach Balkenwede ist außen versackt, außerdem müsse eine neue Regenrinne eingebaut werden, sagte Günther Ringen. Seit in der Bahnhofstraße von Rhadereistedt Tempo 30 gelte, fahre der meiste Verkehr über Ehebrock. Die Reparatur inklusive Entwässerungsrille würde 16 000 Euro kosten. Ursula Otten plädierte dafür, die kleine Verschwenkung auf der rechten Seite, anders als vom Verwaltungsausschuss empfohlen, beizubehalten. Aber gerade wegen dieser Verschwenkung würden alle Autos am Rand fahren und dieser eben absacken, meinte Günther Ringen. Bei Enthaltung von Ursula Otten wurde dann auch beschlossen, die 16 000 Euro in den Haushalt einzusetzen.
Das Dorfgemeinschaftshaus von Hanstedt ist, so Ringen, über 30 Jahre alt. Die Außenverkleidung am Dach, in der die Regenrinne verlaufe, falle langsam auseinander. Am kompletten Dach – zwei Spitzdächer und dazwischen ein Flachdach – müssten die Schindeln erneuert werden, was 27 000 Euro kosten werde. Carsten Meyer (WG) schlug vor, die beauftragten Handwerker sollten überprüfen, ob nicht auch auf das Flachdach in der Mitte ein Satteldach aufgesetzt werden könne. Das wurde beifällig aufgenommen. Vorerst wurden aber die 27 000 Euro ohne weiteren Zusatz in den Haushalt eingestellt.
An Wegebaumaßnahmen hat die Gemeinde sich, wie Heinz Witten (SPD) als Vorsitzender des Bau- und Wegeausschusses erklärte, den Fußweg gegenüber dem Heimathaus vom Turm-Grill bis zur Bahnhofstraße vorgenommen sowie die Bankette an der Bahnhofstraße. Die 25 000 Euro, die dies kosten wird, sind bereits im Haushalt enthalten.
Somit belaufen sich die Erträge im Ergebnishaushalt, der für die laufenden Kosten und die Abschreibungen zuständig ist, auf 1 348 200 Euro, die Aufwendungen auf 1 817 300 Euro. Das ergibt ein Defizit von 469 100 Euro, das in den nächsten Jahren ausgeglichen werden kann. Deshalb muss kein Haushaltssicherungskonzept aufgestellt werden.
Im vorigen Jahr habe Breddorf viel Gewerbesteuern eingenommen, erklärte Georg Gerken (WG), deshalb müsse es dieses Jahr mehr Umlagen zahlen. Außerdem schöpfe die Samtgemeinde die überschüssige Steuerkraft der Gemeinde ab, was einen Betrag von 42 900 Euro ergibt. Wieso diese Abschöpfung der „Abundanz“ nötig ist, erklärte Günther Ringen: „Breddorf ist dieses Jahr so wie Bayern, wir sind Gebergemeinde.“
Wenn eine Mitgliedsgemeinde besonders hohe Steuereinnahmen hat, bekommt die Samtgemeinde weniger Schlüsselzuweisungen vom Land. Dann kann sie weniger an ihre Mitgliedsgemeinden verteilen, zumal sie in der seit 2010 geltenden doppischen Haushaltsführung anders als in der früheren Kameralistik nicht für laufende Ausgaben ihre Rücklagen verwenden kann. Deshalb habe sie die Möglichkeit, die überschüssige Steuerkraft einer Gemeinde einzukassieren.
Wegen der hohen Steuereinnahmen erhält Breddorf dieses Jahr keine Zuweisungen von der Samtgemeinde und muss seinerseits 125 600 Euro mehr Samtgemeindeumlage zahlen. Die Kreisumlage steigt um 174.400 Euro. „Also erstmal die Zähne zusammenbeißen“, meinte der Bürgermeister – in den nächsten drei Jahren wird im Teilhaushalt „Steuern, Zuweisungen, Umlagen“ jeweils ein Überschuss von über 300.000 Euro erwartet. Nach diesen Erläuterungen wurde der Haushalt einstimmig vom Rat verabschiedet.