Der Silvaner hat die Weinkultur in Deutschland entscheidend geprägt. Er war bis in die Mitte der 60er-Jahre hinein die wichtigste Rebsorte in Deutschland und steht heute insbesondere auch für die Weinbauregion Franken.
Um dieser Rebsorte auch international mehr Beachtung zu verschaffen, wurde 1999 auf Initiative Frankens gemeinsam mit dem Weinbaugebiet Rheinhessen das grenzübergreifende Silvaner Forum gegründet. Vorsitzender ist der Sommerhäuser Winzer Artur Steinmann, der diesmal wegen einer Auslandreise nicht teilnehmen konnte. Für ihn steht der Silvaner in einer globalisierten Weinwelt für Authentizität, für Tradition und auch für Zukunft.
Herzstück der Aktivitäten des Vereins ist der Internationale Preis des Silvaner Forums, für den als Symbol die „Goldene Rebschere“ steht.
Jetzt trafen sich an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim namhafte Weinexperten aus ganz Deutschland, um bei einer intensiven Verkostung die Preisträger 2015 zu ermitteln. Begrüßt wurden sie vom Leiter der Landesanstalt Herrmann Kolesch, der selbst im Vorstand des Silvaner Forums ist.
Als Leiter des Wettbewerbs freute sich Herrmann Mengler, Fachberater Oenologie des Bezirks Unterfranken, über den großen Zuspruch des inzwischen achten Wettbewerbs. Eingereicht worden waren 382 Weine aus Deutschland und Südtirol, die nach fünf Weinstilen verkostet wurden: schlanke, jugendliche Silvaner aus 2014, hochkarätige Premiumweine von 2013 und 2014, Solitärweine aus besonderen Verfahren wie Maischevergärung oder Amphore, edelsüße Weine und gereifte Weine mit mindestens fünf Jahren Alter.
Silvaner geht in allen Anbaugebieten deutlich zurück mit Ausnahme in Franken. Hier ist der Anteil in den letzten Jahren auf 23 Prozent gewachsen – mit steigender Tendenz, so Mengler. Besonders die letzten Jahre hätten gezeigt, dass der Silvaner mit dem Klimawandel sehr gut zurecht kommt. Der Silvaner werde hier weiter an Bedeutung gewinnen, weil die autochtone Rebsorte am besten das Terroir des Frankenlands verkörpert.
Die bisherigen Wettbewerbe um die Goldene Schere hätten gezeigt, dass die Silvaner-Weine aus dem Frankenland bei internationaler Konkurrenz die Nase vorne haben. In diesem Wettbewerb hätten sich besonders die 2014er Silvaner im Basis-Segment als herausragend präsentiert. Für Überraschungen hätten aber die gereiften Weine gesorgt. Es sei sehr erstaunlich, wie sich Silvaner-Weine auch nach zehn Jahren und mehr noch präsentierten.
Die „Goldene Rebschere“ wird an die fünf Gewinner am 22. Juli bei einem großen Festakt in Mainz überreicht.