Wie funktionieren die Landtags- und Bezirkstagswahlen in Bayern?

Wie bei den Bundestagswahlen, gibt es auch bei den bayerischen Landtagswahlen für jeden Wähler zwei Stimmen. Gewählt wird in Stimmkreisen und Wahlkreisen. Die Wahlkreise sind mit den sieben Regierungsbezirken identisch und den Stimmkreisen geographisch übergeordnet. Für die Abgabe der Erststimme erhält jeder Wähler einen kleinen, weißen Zettel, auf dem er einen Kandidaten seines Stimmkreises ankreuzen kann. Insgesamt gibt es 90 Stimmkreise in Bayern. Der Kandidat, der in einem Stimmkreis die meisten Stimmen erhält, ist per Direktmandat in den Landtag gewählt.

 

Jede Partei kann pro Stimmkreis einen Kandidaten aufstellen; scheitert die Partei landesweit an der Fünf-Prozent-Hürde, so sind auch ihre Kandidaten, die in den Stimmkreisen eine Mehrheit hätten, nicht gewählt. Mit der Zweitstimme erfolgt die Wahl innerhalb des Wahlkreises. 

 

Für die Zweitstimme erhält der Wähler einen großen, weißen Zettel, auf dem er eine Wahlkreisliste einer Pratei oder einen bestimmten Kandidaten einer Wahlkreisliste ankreuzen kann. Es handelt sich also nicht um starre Listen, denn die Wähler können von ihnen favorisierte Bewerber nach Vorne wählen. Eine Besonderheit bei den bayerischen Landtagswahlen ist, dass die Erst-und Zweitstimmen zusammengezählt werden, um auf Grundlage der Gesamtstimmenzahl der Parteien ihren prozentualen Anteil der Parlamentsitze zu errechnen. Auch die Erststimmen, mit denen kein Direktmandat gewonnen wurde, werden hierbei verrechnet.

 

Die auf die Wahlkreislisten entfallenden Mandate werden an die Listenbewerber mit den meisten Stimmen verteilt. Kandidaten, die bereits ein Direktmandat in den Stimmkreisen errungen haben, bleiben hierbei unberücksichtigt. Die konkrete Errechunung der Landtagssitze, die einer Partei zustehen, erfolgt seit 1994 per Hare-Niemeyer-Verfahren. Generell gibt es neben den 90 Stimmkreismandaten 90 Wahlkreismandate. Doch der neu gewählte Landtag kann die Zahl von 180 Abgeordneten auch überschreiten. Denn eine Partei kann Überhangsmandate erringen, indem sie in einem Wahlkreis mehr Stimmkreismandate erringt als ihr nach dem Sitzzuteilungsverfahren zustehen würden.

 

Was ist eigentlich der Bezirkstag?

In Bayern gibt es neben den Gemeinden und Landkreisen die Bezirke auf kommunaler Ebene. Der Bezirkstag ist die Vertretung der Bezirksbevölkerung und oberstes Organ des Bezirks. Die gewählten Bezirksräte sind ehrenamtlich tätig. Die Bezirkstagswahlen finden traditionell zeitgleich mit den Landtagswahlen statt. Gewählt werden die Bezirksräte im Wesentlichen nach dem gleichen Wahlsystem wie die Landtagsabgeordenten. Auch die Zahl der Bezirksräte entspricht der im Bezirk zu wählenden Zahl der Abgeordneten des bayerischen Landtages.
 

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