Weiß rechnet mit Seehofer ab – "Unschönes Nachtreten"

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Die CSU kommt nicht zur Ruhe: Mit einer wenig schmeichelhaften Wutschrift über Horst Seehofer hat sich Ex-Staatssekretär Bernd Weiß aus der Politik verabschiedet. In der Partei hat man wenig Verständnis für die späte Abrechnung.

Geboren in Bremen, Jahrgang 1977. Beginnt seine journalistische Laufbahn bei der “Norddeutschen”, einer Lokal-Ausgabe vom Bremer Weser Kurier. Der Weg zur Süddeutschen Zeitung führt über Berlin: Publizistik- und Politik-Studium an der Freien Universität und freie Mitarbeit bei der Berliner Zeitung. Nach einer Zwischenstation bei der Frankfurter Rundschau folgt 2003 das Volontariat bei der Süddeutschen Zeitung. Für die SZ berichtet Mike Szymanski von 2005 bis 2009 als Korrespondent aus Augsburg. Danach kümmert er sich um die Wirtschaft in Bayern. Seit 2010 ist er landespolitischer Korrespondent der Bayern-Redaktion.

Die CSU kommt nicht zur Ruhe. Jetzt hat Generalsekretär Alexander Dobrindt dem früheren Innenstaatssekretär und Parteifreund Bernd Weiß für dessen Kritik an Seehofer mangelnden Teamgeist vorgeworfen. Weiß hat in einem Buch, das Mitte Januar erscheinen soll, Seehofer unter anderem “inhaltsleere Politik” unterstellt und seinen Führungsstil scharf kritisiert.

Der Abgeordnete aus Unterfranken war 2009 nach nur einem Jahr im Streit mit Seehofer um den Aufbau des Digitalfunks vom Amt des Innenstaatssekretärs zurückgetreten. Dobrindt sagte der SZ: “Bernd Weiß hat selbst der Mannschaft den Rücken gekehrt und ist vom Platz gegangen.” Des Verhalten des Ex-Staatssekretärs sei “unschönes Nachtreten”. Dobrindt erklärte weiter: “Wenn er jetzt seinen Frust an ehemaligen Mitspielern auslässt, dann zeugt das nur von Unfairness.”

Auch CSU-Fraktionschef Georg Schmid, früher selbst Innenstaatssekretär, hat kein Verständnis für Weiß’ späte Abrechnung. “Wenn ich jemandem etwas zu sagen habe, dann sage ich es dem Betroffenen direkt und nicht über ein Buch”, betonte Schmid. “Unter Parteifreunden ist das persönliche Gespräch das Richtige.”

Die Kritik von Weiß, als Innenstaatssekretär könne man zu wenig bewegen, hält er für falsch. “Diese Aufgabe im Innenministerium ist eine der reizvollsten überhaupt, die zu vergeben ist”, sagte Schmid. “Man steht in höchster Verantwortung.” Innenminister Joachim Herrmann, damals Weiß’ Vorgesetzter, will sich vorerst nicht zu der Kritik äußern. Er kenne das Buch noch nicht.

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Seit seinem Rücktritt 2009 ist Weiß in der Partei und in der Fraktion isoliert. Im Spätsommer liebäugelte er damit, zu den Freien Wählern zu wechseln. Die Parteifreien hatten ihm eine Direktkandidatur für die Landtagswahl in Aussicht gestellt. Aber der CSU-Politiker scheute den Wechsel. Zu viel verbinde ihm mit der Partei, der er seit Jahrzehnten angehört. Auch Schmid hatte auf Weiß eingeredet, nicht zu wechseln. Weiß scheidet nun im Herbst aus dem Landtag aus.

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