Frontzecks erster Punkt – Paderborn der Sieger im Keller
Calhanoglu und Brandt lassen Neuer keine Chance
Bayer Leverkusen feierte am Samstagabend gegen den alten und neuen deutschen Meister Bayern München einen verdienten 1:0-Heimerfolg. Mit dem Dreier überholen die Westdeutschen in der Tabelle wieder Borussia Mönchengladbach und rücken auf Platz drei vor. Das Tor des Tages im Topspiel erzielte Zauberfuß Calhanoglu, der Mitte der zweiten Halbzeit einen direkten Freistoß durch die Münchner Mauer schlenzte und so FCB-Torwart Neuer keine Chance ließ. Im ersten Abschnitt waren die Leverkusener das aktivere Team, doch sprang trotz großen Aufwands fast nichts heraus – sieht man einmal von einem Abseitstor ab, bei dem Kießling hauchdünn drin stand. Die größte Chance hatte jedoch die Guardiola-Elf, aber Götze scheiterte an Jedvaj auf der Linie. Zu Beginn des zweiten Durchgangs hatte Pizarro die Führung auf dem Fuß, doch Bayer-Keeper Leno reagierte glänzend. In der Schlussviertelstunde versuchten die personell arg dezimierten Bayern nochmal auf den Ausgleich zu drängen, doch die Bayer-Defensive ließ nichts mehr anbrennen. Schlimmer noch für den FCB: Joker Brandt bolzte die Kugel zum 2:0 ins Netz – erstmals in der Ära Guardiola setzte es damit zwei Pleiten in Folge. Somit verloren die Münchner in der Rückrunde gegen ihre drei “Verfolger” Wolfsburg (1:4), Gladbach (0:2) und eben Leverkusen.
Hummels kontert Volland
Borussia Dortmund hat in einem Endspiel um Platz sieben bei der TSG Hoffenheim ein 1:1 erreicht. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp, die ohne den angeschlagenen Reus auskommen musste, lief zunächst einem Rückstand hinterher, den Volland mit einem feinen Schlenzer ins lange Eck besorgte. Allerdings währte die Freude der Kraichgauer nur wenige Sekunden, denn dann schlug Hummels per Kopf zum 1:1 zurück. Glück für den BVB, dass eine aktive Abseitsstellung von Aubameyang übersehen wurde. Im zweiten Abschnitt hatten Hoffenheim und der BVB gute Chancen für den zweiten Treffer, doch die Abwehrreihen verteidigten mit Glück und Geschick, so dass es bei der gerechten Punkteteilung blieb.
Schalke befreit sich dank Huntelaar und Boateng – VfB wieder nicht belohnt
Schalke 04 durfte das erste Tor des 31. Spieltags bejubeln – Huntelaar beendete nach 1195 Minuten seine Torflaute und brachte die Königsblauen nach einem schweren Patzer von Niedermeier in Führung. Die Stuttgarter ließen sich von dem Rückstand allerdings überhaupt nicht entmutigen und schlugen durch Harnik zurück. Fast hätte die Stevens-Elf sogar das Spiel komplett gedreht, doch Höwedes rettete gegen Kostic auf der Linie. Unter dem Strich war das Remis zur Pause in einem sehenswerten Duell allerdings gerecht. Nach dem Seitenwechsel kamen die Schwaben extrem offensiv aus der Kabine und belohnten sich mit dem 2:1-Führungstor durch Kostic, der den Ball ins lange Eck schoss. Doch zum Dreier sollte es nicht reichen für die Schwaben, denn Huntelaar und Boateng in der Schlussphase drehten den Spieß abermals um. Der VfB bleibt damit Letzter.
Selke vermiest Schaafs Rückkehr an die Weser
Im Bremer Weserstadion war zunächst ein großes Hallo angesagt, nachdem Werder-Urgestein Thomas Schaaf erstmals an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte. Nach dem Austausch von Nettigkeiten lieferten sich die Hanseaten und die Frankfurter Eintracht ein fahriges Spiel, Torchancen blieben auf beiden Seiten Mangelware. Mit Beginn des zweiten Abschnitts wurden die Hanseaten mutiger und erspielten sich mehrere Gelegenheiten, um in Führung zu gehen, doch die Hessen konnten das Zu-Null zunächst halten. Bei gelegentlichen Kontern der Schaaf-Elf fehlte die letzte Entschlossenheit. Dann jedoch trat Werders Torjäger Selke wieder in Erscheinung und lenkte eine Flanke mit der Brust in die Maschen des SGE-Gehäuses. Es sollte das einzige Tor des Tages bleiben. Die Eintracht warf nun zwar mehr Offensive in die Waagschale, doch Werders Defensive hielt dicht. Für die Skripnik-Elf ein Schritt Richtung Europa.
Müde Nullnummer in Augsburg
Der FC Augsburg wollte im Heimspiel gegen die auswärts starken Kölner die Ergebniskrise beenden, doch nach flottem Beginn gingen den Fuggerstädtern in vorderster Front immer mehr die Ideen aus. Viele weite Bälle waren eine leichte Beute der FC-Defensive. Für die Offensive tat die Stöger-Elf im ersten Abschnitt allerdings auch nicht besonders viel, so dass sich eine wenig ansehnliche Partie entwickelte. Das 0:0 zur Pause war folgerichtig. Auch der zweite Durchgang war alles andere als ein fußballerischer Leckerbissen, der FCA mühte sich ein bisschen mehr um Struktur und Zug zum Tor, doch der Weinzierl-Elf fehlte es in vorderster Front an Präzision und Durchschlagskraft.
Traumtor von Sané – Frontzecks erster Punkt
Hannover konnte im zweiten Spiel unter seinem neuen Trainer Michael Frontzeck punkten. Im Niedersachsen-Derby erreichten die 96er ein beachtliches 2:2 beim VfL Wolfsburg. VfL-Torjäger Dost brachte die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking in Front, Perisic legte mit einem satten Linksschuss zum verdienten 2:0-Halbzeitstand nach. In der Halbzeitpause reagierte Frontzeck und brachte Offensivmann Briand – ein guter Schachzug, denn der Franzose brachte Hannover mit einem Kopfball zurück ins Spiel. Der Schweizer Nationalkeeper Benaglio kam bei Pribs Flanke einen Schritt zu spät und sah unglücklich aus. Nun hatten die 96er Lunte gerochen und wollte mehr – und sie bekamen es auch: Sané setzte zum Fallrückzieher an und versenkte das Leder höchst sehenswert zum 2:2-Endstand.
Doppelpack von Rupp lässt Paderborn weiter hoffen
Der SC Freiburg kann sich weiterhin auf seine Lebensversicherung Petersen verlassen, doch am Ende stand eine bittere 1:2-Pleite gegen den SC Paderborn. Der von Bremen ausgeliehene Stürmer erzielte gegen den SC Paderborn den 1:0-Führungstreffer – es war bereits der siebte Treffer des Mittelstürmers für den SC, aber die Paderborner kamen durch Rupps Doppelpack im zweiten Abschnitt zurück und verdienten sich den Dreier. Zwar warf die Streich-Elf in der Schlussphase alles nach vorne, doch sie hatte zu viel Pech beim Abschluss, so dass Paderborn im Keller einen absoluten Big Point einfährt.
Sonntag: Mainz gegen “totgesagte” Hamburger
Am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr) trifft Mainz auf Hamburg. “Wir haben quasi die Klasse gehalten”, weiß FSV-Innenverteidiger Bell, der nun aber nicht nach oben schaut. “Wir würden uns keinen Gefallen tun zu sagen: Wir wollen in die Europa League.” Die Nullfünfer müssen sich gerade gegen Kellerkinder noch beweisen. “Wer um die Existenz in der Liga kämpft, wird immer alles in die Waagschale werden”, erklärt Bell. Entsprechend erwartet Mainz einen mutigen und offensiven HSV. In Hamburg ist die Durststrecke mit zwei Punkten aus neun Spielen und 2:22 Toren mit einem 3:2 gegen Augsburg beendet worden. “Die Totgesagten haben sich zurückgemeldet”, sagte Kapitän Westermann. “Die Mannschaft hat den Glauben zurückgeholt in den ganzen Verein, in die Stadt”, beschreibt Trainer Bruno Labbadia die Aufbruchsstimmung in der Hansestadt.
Comeback für Kraft? Rekord für Sommer?
Am Sonntagabend (17.30 Uhr) rundet das Duell zwischen Hertha BSC und Mönchengladbach den 31. Spieltag ab. Wird Stammtorwart Kraft (kicker-Notenschnitt 2,96), den eine schmerzhafte Rippenprellung zurückwarf, zwischen die Berliner Pfosten zurückkehren oder springt noch einmal Vertreter Burchert (kicker-Note 2,5 beim 0:1 in München) ein? “Thomas ist unsere Nummer eins. Dahinter haben wir mehrere Torhüter, die sehr gute Arbeit abliefern”, bekräftigt Coach Pal Dardai, der aber auch Burchert ein gutes Zeugnis ausstellte: “Er hat Ruhe ausgestrahlt. Sascha ist zum Mann geworden.” So oder so will Gladbach den gegnerischen Torwart auf Herz und Nieren prüfen. Die Borussia befindet sich in einem “Kopf-an-Kopf-Rennen” (Sportdirektor Max Eberl) um die direkten Königsklassen-Plätze. Fohlen-Keeper Sommer, der in der laufenden Saison schon 13-mal zu Null spielte, will noch den ter-Stegen-Rekord aus der Spielzeit 2011/12 (15) knacken.
cru
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