Unions Björn Jopek im Duell mit Sekou Sanogo (Lausanne)
Foto: City-Press GbR
Berlin –
Huch. Was war denn da los? Beim 4:2-Test-Sieg des 1. FC Union gegen Lausanne rieben sich die knapp 1000 Zuschauer in der Alten Försterei verwirrt die Augen. Linksfuß Björn Jopek machte auf der rechten Seite den Arjen Robben.
Seit Saisonbeginn wirbelt Jopi durch das eiserne Mittelfeld. Ein paar Mal im Zentrum, aber meistens auf der linken Seite. Deshalb ist die Verwunderung umso größer. Coach Uwe Neuhaus testete den 19-Jährigen auf der rechten Außenbahn. „Das war eine weitere Variante. Auch mit Erinnerung an Chinedu Ede auf rechts. Wo wir spielerisch wesentlich weniger ausrechenbar waren“, verrät Neuhaus seine Gedankenspiele.
Drei wieder dabei
Die angeschlagenen Silvio (Sprunggelenk), Christoph Menz (Knie) und Roberto Puncec (Sprunggelenk) trainierten mit Fitness-Coach Daniel Wolf. Alle drei machten Koordinations- und Stabilisationsübungen, während die Kollegen im Wald ausliefen. Die Ersatzspieler vom Lausanne-Spiel übten Abschlüsse.
Die Köpenicker wollen also variabler werden und ihre Zweitligakonkurrenz durcheinander bringen. Könnte klappen, denn Jopek machte seine Sache klasse und war an fast allen Angriffen gegen die Schweizer beteiligt. Die bekamen den Techniker nie in den Griff.
Dabei ist die Idee gar nicht so neu, einen Linksfuß auf rechts einzusetzen. War sie auch letzte Saison bei Ede nicht. Im ganz großen Fußball werden die „falschen“ Außenspieler schon länger eingesetzt. Ein bekanntes Beispiel: Arjen Robben beim FC Bayern. Der Niederländer ist gefürchtet für seine Dribblings an der Linie und seinen Zug nach innen, um mit dem starken Linken abzuschließen.
Ganz so weit ist Jopek noch nicht. Aber auch weil er die Position anders auslegt. Im Gegensatz zu Robben zieht es den Unioner öfter in die Mitte. Er will mehr am Spiel teilnehmen und das Geschehen mitgestalten.
Dass er das und die Position spielen kann, hat er zur Freude von Trainer Neuhaus gegen Lausanne bewiesen.