“Alternative Sichtweise” nicht gefragt
Putin schließt Zusammenarbeit mit G7 aus
11.06.2015, 08:53 Uhr
| t-online.de, rtr, dpa
Für Wladimir Putin ist eine Rückkehr zur G8 derzeit keine Option. (Quelle: Reuters)
Nach dem G7-Gipfel in Bayern hat der russische Präsident Wladimir Putin eine Zusammenarbeit mit der Gruppe sieben führender Wirtschaftsnationen ausgeschlossen. Der Kremlchef warf den G7-Staaten Desinteresse an den russischen Einschätzungen politischer Entwicklungen vor.
Gegenwärtig habe Russland “keine Beziehungen” zur G7. Russland sei zu bilateralen Kontakten mit den Mitgliedern bereit, sagte er bei einem Besuch in Italien. Früher habe Russland mit dem Gremium zusammengearbeitet und eine “alternative Sichtweise” beigetragen.
“Unsere Partner haben entschieden, dass sie diese Alternative nicht mehr brauchen.” Wegen der Ukraine-Krise war Russland im vergangenen Jahr aus dem G8-Format ausgeschlossen worden.
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Putin nie wieder mit am Tisch?
Beim G7-Treffen in Bayern am Wochenende hatten die Teilnehmer Russland mit neuen Sanktionen gedroht. Zur G7 gehören neben Deutschland die USA, Italien, Frankreich, Großbritannien, Japan und Kanada.
Kanadas Premierminister Stephen Harper will Russland für die Dauer der Amtszeit von Präsident Wladimir Putin vom G7-Gipfel ausschließen. “Ich denke nicht, dass Russland unter Wladimir Putin zur G7 gehört – Punkt”, sagte Harper vor dem Gipfel. Kanada sei strikt dagegen, dass Putin je wieder mit am Tisch sitze.
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“Kein Ansatzpunkt für einen Dialog”
Putin habe den Ausgang des Kalten Krieges nie akzeptiert, sagte Harper. Russland führe sich wie ein strategischer Rivale auf, der die Ziele des Westens aus Prinzip ablehne. “Ich denke nicht, dass sich Russland unter diesem Führer in irgendeiner Weise ändern wird”, sagte der konservative Politiker.
Harper sagte, er habe Putin bereits beim G20-Gipfel im November 2014 aufgefordert, sich aus der Ukraine zurückzuziehen. Putin habe entgegnet, dass Russland dort gar nicht engagiert sei. “Diese Art ist typisch für die russische Außenpolitik: Einfach sagen, schwarz sei weiß”, sagte Harper. “Wenn sie uns behandeln, als wären wir alle doof, gibt es keinen Ansatzpunkt für einen Dialog mit ihnen.”
Russland habe gezeigt, dass es bereit sei in Nachbarstaaten einzufallen und fremde Gebiete zu besetzen, sagte Harper. Das dürfe man nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Handel um 25 Prozent eingebrochen
Bei seinem Besuch in Italien erklärten Putin und sein Gastgeber, Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi, zur Lage in der Ukraine, das Minsk-Abkommen vom Februar müsse umgesetzt werden. Renzi sagte allerdings, es gebe weiter erhebliche Differenzen in der Bewertung des Konflikts. Die Regierung in Moskau hat Vorwürfe des Westens zurückgewiesen, die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine direkt zu unterstützen.
Die Beziehungen zwischen Italien und Russland sind weniger angespannt als zwischen Putin und anderen EU-Ländern und den USA. Jedoch sei der Handel zwischen Russland und Italien 2014 um zehn Prozent und im ersten Quartal 2015 um 25 Prozent eingebrochen, sagte Putin. Russland werde auch so andere Partner finden, doch müssten vorteilhafte Kontakte nicht unbedingt abgebrochen werden. “Früher oder später werden die Einschränkungen enden, mit denen wir heute zu tun haben.”
Renzi unterstrich die traditionell freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Eine Alternative zu einer friedlichen Lösung des Konfliktes gebe es nicht.









