Werner Lorant, von 1992 bis 2001 Trainer bei den Löwen, hält von der Personalie Matthäus überhaupt nichts: „Der kostet doch nur Geld. Das ist sinnlos. Der kommt doch bestimmt nicht, weil er Sechzig so liebt als ehemaliger Bayern-Spieler. Was hat er denn bisher in Deutschland als Trainer oder Sportdirektor geleistet? Nichts! Da ist so viel durcheinander bei diesem Verein.“ Wen Lorant stattdessen gerne hätte? „Das ist mir sowas von egal.“
Auch Karsten Wettberg hat die Löwen einst trainiert, unmittelbar vor Lorant. Der 72-Jährige könnte sich mit Matthäus bei den Löwen durchaus anfreunden: „Warum denn nicht? Wenn das Engagement da ist, kann das schon funktionieren. Er hat ein Netzwerk, das unglaublich helfen würde. Für mich ist das eh ein Witz, dass er nirgends einen Job bekommt.“
Geht es nach Edelfan Franz Hell, hat Matthäus zwar unbestrittene Qualitäten, soll diese aber nicht unbedingt bei 1860 einbringen: „Ich glaube nicht, dass er zu uns passt. Er ist bisher weniger durch große Leistungen aufgefallen. Und was wir jetzt brauchen ist Ruhe.“
Christian Nerlinger polarisiert zwar deutlich weniger als Lothar Matthäus, weckt aber ähnliche Zweifel. „Viele im Löwen-Umfeld sagen: Der ist nicht vermittelbar als ehemaliger Bayern-Spieler. Man kennt doch seine Vergangenheit und die Rivalität zwischen Löwen und Bayern. Da müsste sofort Erfolg her, wenn das funktionieren soll“, sagt Franz Hell.
Karsten Wettberg dagegen kann sich Nerlinger bei den Löwen vorstellen, seine Vergangenheit sei zweitrangig: „Wir brauchen da jetzt einen kompetenten Mann auf der Position des Sportdirektors. Es sind zuletzt viele Fehler gemacht worden. Das muss jetzt aufhören.“ Eingestellt wird der neue Mann übrigens von Geschäftsführer Markus Rejek. Wobei auch Präsident Gerhard Mayrhofer und Investor Hasan Ismaik ein Wörtchen mitreden werden.
Aus dem Umfeld des ehemaligen Bayern-Sportdirektors Nerlinger – er war im Juli 2012 durch Matthias Sammer ersetzt worden – heißt es, dass die Aufgabe den 40-Jährigen durchaus reize, vermeldete “Sky Sport News HD”. Er halte es jedoch für “unrealistisch”, dass man entsprechende Bedingungen schaffen könne.
Auch Jens Lehmann soll zum Kreis der Kandidaten für die Hinterberger-Nachfolge gehören. Ein Mann, der nicht für die Bayern gespielt hat und schon als Nachfolger des ehemaligen Geschäftsführers Robert Schäfer gehandelt worden war.