Frankfurt
Die gerade zu Ende gehende Saison in der Fußball-Bundesliga (die Relegationsspiele stehen noch aus) ist von Gesichtern und Geschichten geprägt worden. Eine Übersicht:
Trainer der Saison
Jupp Heynckes (68): Zum Ende seiner beispiellosen Karriere zeigte der Coach von Bayern München Emotionen. Mit Tränen verabschiedete sich einer der prägendsten Bayern-Trainer nach seinem 1011. Ligaspiel aus Mönchengladbach (4:3) und will nun den Triumph in der Champions League als Krönung.
Pechvogel der Saison
Holger Badstuber (24): Der Verteidiger von Bayern München hat sich erneut das Kreuzband gerissen und wird in den nächsten Tagen bei einem Spezialisten in den USA operiert. Die neuerliche Verletzung erlitt Badstuber nicht im Training, vielmehr seien bei der Behandlung des ersten Kreuzbandrisses (zugezogen am 1. Dezember) Probleme aufgetreten.
Absteiger der Saison
Tim Wiese (31): Er kam als Nationalspieler und endete am Tiefpunkt seiner Karriere: Schon in der Hinrunde hatte Tim Wiese seinen Platz im Tor bei 1899 Hoffenheim nach schlechten Leistungen und vielen Niederlagen verloren. Nach zahlreichen Eskapaden abseits des Platzes wurde der Ex-Bremer dann komplett ausgemustert.
Saison-Splitter
In der 50. Saison der Bundesliga strömten 13 042 590 Zuschauer in die Stadien, was einem Schnitt von 42 623 Zuschauern entspricht. Der Bestwert von 45 116 Zuschauern pro Partie war in der Saison 2011/12 aufgestellt worden.
Claudio Pizarro (Bild/Bayern München) aus Peru ist mit nunmehr 353 Spielen der ausländische Spieler mit den meisten Einsätzen in der Geschichte der Bundesliga. Zé Roberto (Brasilien) und Lewan Kobiaschwili (Georgien) belegen den zweiten Rang (je 336 Einsätze).
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ap
898 Tore fielen in den 306 Punktspielen, das entspricht 2,93 Treffern pro Partie. Die zuletzt in 2003/04 überbotene 900er-Marke wurde dieses Jahr erneut verfehlt.
22-mal trafen Spieler ins eigene Tor. Dabei überwanden die Mainzer und Düsseldorfer Akteure gleich dreimal den eigenen Torwart.
2012/13 gab es die meisten Hinausstellungen seit neun Jahren. Den 58 Platzverweisen von 2011/12 (36 Rote, 22 Gelb-Rote Karten) stehen 31 Rote und 33 Ampelkarten (insgesamt 64) gegenüber.
Sebastian Mielitz (Bild) und vier weitere Spieler standen in allen 34 Partien von Anfang bis Ende auf dem Platz. Neben dem Bremer Schlussmann waren dies dessen Torhüter-Kollegen Sven Ulreich (Stuttgart), Ron-Robert Zieler (Hannover), Oliver Baumann (Freiburg) und Diego Benaglio (Wolfsburg).
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dpa
Umsteiger der Saison
Klaus Allofs (56): Erst war es nur ein Gerücht, das kaum einer glauben konnte. Klaus Allofs sollte nach 13 Jahren bei Werder Bremen neuer Manager beim Nordrivalen VfL Wolfsburg werden. Am 14. November 2012 wurde aus der Ahnung dann Gewissheit. Allofs, Vize-Weltmeister von 1986, löste Felix Magath, ebenfalls Vize-Weltmeister von 1986, ab und sorgte für den bis dato spektakulärsten Manager-Wechsel der Liga.
Abgang der Saison
Thomas Schaaf (52): Die beeindruckende Ära endete mit einer Flucht aus der Tiefgarage. Nach rund 14 Jahren (5119 Tage) mit 644 Spielen, zwei Meisterschaften und drei Pokalsiegen fuhr Thomas Schaaf am 15. Mai wortlos vom Trainingsgelände Werder Bremens in Richtung Österreich zur Erholung. Seine Spieler schauten ihm nach der Trennung mit Tränen in den Augen hinterher.
Transfer der Saison
Mario Götze (20): Die Bosse von Borussia Dortmund wurden überrascht vom Abschied ihres „Jahrhundert-Talents“ in Richtung Bayern München – und überrascht vom Zeitpunkt der Bekanntgabe, einen Tag vor dem Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid. Am Ende blieb dem BVB aufgrund einer Ausstiegsklausel in Götzes bis 2016 datiertem Vertrag keine andere Wahl, als den Verlust des begabten Nationalspielers zu respektieren. Als Trost bleibt die festgeschriebene Ablösesumme von 37 Millionen Euro.
Skandal der Saison
Uli Hoeneß (61): Während Bayern München vor der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte steht, durchlebt Hoeneß die schwerste Zeit seines Lebens. Der Präsident des deutschen Rekordmeisters bestimmt wegen seiner Steuer-Affäre seit Wochen die Schlagzeilen. Die Vereinsgremien sprachen Hoeneß unlängst zwar das Vertrauen aus – offen ist dennoch, wie lange er Präsident und Vorsitzender des Aufsichtsrats bei den Bayern bleiben darf.
Protest der Saison
12:12: Dass sich Fans vereinsübergreifend friedlich für ihre Interessen einsetzen können, bewiesen sie mit der Schweigeaktion Ende 2012. Für die ersten zwölf Minuten und zwölf Sekunden der Partien herrschte Stille in den Stadien – aus Protest gegen verschärfte Kontrollen und eine Einschränkung von Kartenkontingenten für Auswärtsspiele.
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