“Bayern muss sich im Januar endgültig für die beiden geplanten Stromtrassen nach Süden entscheiden”, sagte der SPD-Chef der “Bild am Sonntag”.
Blockiere der Freistaat diese Projekte weiter, riskiere er die Schwächung seiner Wirtschaft durch höhere Strompreise. Ohne die Südleitungen werde der Strom mit der Abschaltung von Atomkraftwerken in den nächsten Jahren knapp in dieser Region. “Und alles, was knapp ist, wird teuer”, warnte Gabriel die Bayern.
Aufspaltung der einheitlichen Preiszone droht
Dass die deutschen Stromverbraucher in ihrer Gesamtheit die höheren Kosten, die für die Sicherung der Stromversorgung in einzelnen Regionen anfallen, tragen, könne nur für einen Übergangszeitraum gelten, warnte Gabriel. “Auf Dauer werden die Unternehmen und Verbraucher im Westen, Norden und im Osten aber nicht akzeptieren, dass sie höhere Stromkosten nur deshalb haben, weil Bayern keine Stromleitungen haben will”.
Zudem drohe auf Dauer, dass die EU dann die bislang einheitliche Preiszone in Deutschland aufteilen werde, und zwar in einen preiswerteren Norden und einen teureren Süden. “Ich kann mir nicht vorstellen, dass die bayerische Wirtschaft das will”, warnte Gabriel.
Netzbetreiber wollen die Stromautobahnen
Seehofer hatte die Notwendigkeit neuer Trassen im Süden mehrfach angezweifelt. Der Minister nannte den Vollzug der Energiewende eines der Projekte, die bei ihm ganz oben auf der Agenda für 2015 stünden. Er sehe es als seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass keine industriellen Arbeitsplätze wegen weiterer Strompreisanstiege verloren gingen.