Dass Pfarrer Mariusz Falk Karlstadt verlassen wird, war schon seit Ende Juli bekannt – nicht aber, wer sein Nachfolger wird. Nun steht fest: Der Neue heißt Simon Mayer, stammt aus Lohr und wird sein Amt als Pfarrer und Leiter der Pfarreiengemeinschaft St. Georg im Januar 2015 antreten. Das Bischöfliche Ordinariat Würzburg hat die Personalie am Montag bestätigt.
Mit gerade einmal 35 Jahren ist Mayer sehr jung für eine derart verantwortungsvolle Aufgabe. Wie er sie angehen und welche neuen Akzente er setzen möchte, dazu wollte Mayer am Montag nichts sagen. Auf telefonische Anfrage erklärte er, er wolle sich aus Respekt vor Pfarrer Falk noch mit öffentlichen Äußerungen zurückhalten. Wenn er offiziell im Amt sei, dann sei er gerne zu einem ausführlichen Gespräch bereit.
So lässt vorerst nur Mayers Vita Rückschlüsse auf die Frage zu, wer da zum Jahreswechsel als Pfarrer nach Karlstadt kommt. Nach dem Abitur 1998 studierte Mayer in Würzburg und Freiburg im Breisgau Theologie. Bischof Friedhelm Hofmann weihte ihn am 14. Mai 2005 im Würzburger Kiliansdom zum Priester. Danach wirkte Mayer zunächst als Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft Thundorf-Maßbach (Lkr. Bad Kissingen). Zum 1. September 2005 wechselte Mayer als Kaplan nach Kitzingen-St. Johannes mit Biebelried und Sulzfeld. Von 1. September 2006 bis 31. August 2011 war Mayer Sekretär von Bischof Hofmann in Würzburg. Außerdem war er von 2006 bis 2010 zusätzlich Mitglied der Diözesan-Kommission für Liturgie und Kirchenmusik. 2008 ernannte ihn Bischof Hofmann zum Domvikar.
2011 übernahm Mayer die Aufgabe des Geistlichen Begleiters der Domchöre in Würzburg. Gleichzeitig wurde er für theologische Studien freigestellt. Außerdem hilft er im Schwesternaltenheim der Dillinger Franziskanerinnen in Sendelbach sowie in der Pfarreiengemeinschaft „Zwölf Apostel“ in Lohr mit.
In den vergangenen Jahren veröffentlichte Mayer die Bücher „Auf Leben komm raus“ mit Betrachtungen zur Lohrer Karfreitagsprozession und zum Jahr des Glaubens „Mehr vom Leben – eine Auslegung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses“.
Mayer wird nicht nur für die Karlstadter Pfarreien St. Andreas und „Zur Heiligen Familie“ zuständig sein, sondern auch für Gambach, Laudenbach, Mühlbach und Stadelhofen. Es wartet also viel Arbeit auf ihn. Immerhin muss sich Mayer nicht auch noch um die Pfarreiengemeinschaft Bachgrund (Eußenheim, Aschfeld, Hundsbach und Obersfeld) kümmern. Seit 1. September ist hierfür Pfarrer Nikolaus Stanek zuständig. Zuvor war der Posten nach dem Weggang von Pfarrer Stefan Mollner etwa ein Dreivierteljahr unbesetzt. In dieser Zeit hatte die Diözese das Eußenheimer Amt Karlstadts Stadtpfarrer Falk aufgebürdet.
Die immense Arbeitsbelastung machte Falk zu schaffen. Als in diesem Sommer bekannt wurde, dass er Karlstadt verlassen und als Pfarradministrator nach Aidhausen (Lkr. Haßberge) gehen würde, wurde als Grund für den Wechsel seine angegriffene Gesundheit genannt. Neben dem zeitlichen Stress bereitete dem Pfarrer aber noch etwas anderes Probleme: Es war ein offenes Geheimnis, dass der aus Polen stammende Pfarrer keinen leichten Stand in Karlstadt hatte – nicht zuletzt deshalb, weil er einigen in der Kirche als zu konservativ erschien. Falk selbst hat sich hierzu nie öffentlich geäußert.
Der scheidende Pfarrer Falk ist seit 1. Oktober 2007 für die Pfarreiengemeinschaft St. Georg verantwortlich. 2011 wurde er deutscher Staatsbürger, er behielt aber die polnische Staatsbürgerschaft.