“Saublöde Tore” beenden Bayern-Serie
1:2 gegen bisherigen Lieblingsgegner Bayer
Erste Saisonniederlage für den FC Bayern. Und das ausgerechnet gegen den bisherigen Lieblingsgegner. 1:2 verlor Heynckes Team gegen Leverkusen.
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Sydney Sam jubelt, Jerome Boateng ist nach dem Eigentor entsetzt. Foto: dpa
München Ein Eigentor von Nationalspieler Jerome Boateng hat dem FC Bayern München die erste Saisonniederlage eingebracht. Der Rekordmeister verlor nach zuvor acht Siegen in der Fußball-Bundesliga völlig überraschend 1:2 (0:1) gegen Bayer Leverkusen. Für die Werkself war es der erste Erfolg in München seit dem 21. Oktober 1989.
Die überlegenen, aber viel zu umständlichen Münchner bleiben an der Tabellenspitze, haben aber nur noch vier Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger Schalke 04. Der gerade eingewechselte Sidney Sam köpfte in der 86. Minute Boateng zum entscheidenden Treffer an.
“Ich bin froh, wenn diese Diskussion vorbei ist”, sagte Leverkusens Simon Rolfes nach dem Ende der 23-jährigen Erfolglosigkeit in München, “das war eine Abwehrschlacht.” Bayern-Kapitän Philipp Lahm fasste treffend zusammen: “Wir kriegen ein saublödes 1:0, erarbeiten uns dieses 1:1, und dann kriegen wir ein genauso blödes 2:1.”
Nach einem schweren Fehler von Lahm hatte Kießling mit seinem sechsten Saisontor seine Leverkusener in Führung gebracht (42.). Für die Bayern und Torhüter Manuel Neuer war es der erste Gegentreffer nach 523 Minuten. Mit dem in der 60. Minute erstmals nach seiner über einmonatigen Verletzungspause eingewechselten Arjen Robben suchten die Bayern die Wende. Und tatsächlich war der Niederländer am achten Saisontreffer von Mario Mandzukic zum 1:1 (77.) maßgeblich beteiligt.
71 000 Zuschauer in der ausverkauften Arena sahen im dichten Schneegestöber von Beginn an engagierte Münchner. Bayer aber stellte die Mitte mit einer defensiven Dreierreihe vor der Abwehr meist zu. Stefan Reinartz ließ sich immer wieder in die Viererkette fallen und bügelte mehrmals Fehler anderer aus.
Deshalb suchten die Münchner ihr Heil über die Außenpositionen, meist über die rechte Seite von Thomas Müller. Links fand David Alaba, der in Vertretung des verletzten Franck Ribery erstmals in dieser Saison von Beginn an auflief, wenig Bindung. Mit Beginn der zweiten Halbzeit zog ihn Trainer Jupp Heynckes deshalb zurück, der für Linksverteidiger Holger Badstuber (Oberschenkelzerrrung) eingewechselte Xherdan Shaqiri sollte mehr Wirbel entfachen. Das klappte auch, doch machten die Bayern außer bei einem Schuss von Shaqiri, den Leno parierte (61.), zu wenig aus ihrer Überlegenheit. Was vier Minuten vor dem Ende bestraft wurde.