Heuer hatten die Wunsiedler aber genug: Neben einer Gegendemonstration entschloss sich Wunsiedel zu einer anderen Methode. Ohne Wissen der Beteiligten wurden gemeinsam mit der Rechts gegen Rechts-Initiative, einer Aktion der ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur und der anderen Organisationen gegen Rechtsextremismus, an der Demonstrationsstrecke Plakate, Banner und Bodenmarkierungen angebracht. Die verwandelten die Route durch motivierende Sprüche und typische Wettlaufelemente wie etwa Start- und Ziellinien optisch in eine Sportveranstaltung.
Plakate mit Motivationssprüchen wie „Spenden, marsch“ oder „Wenn das der Führer wüsste“ animierten die knapp 250 Neonazis zum Laufen. Denn: Für jeden gelaufenen Meter spendeten von der Idee eingeweihte Unternehmen und Privatpersonen zehn Euro an EXIT Deutschland, ein Aussteigerprogramm für Neonazis. Die Aktion hat sich gelohnt: Ganze 10000 Euro kamen dank des Marsches zusammen. „Wir hatten schon seit einigen Jahren diese Idee, jetzt haben wir sie umgesetzt,“ sagte Fabian Wichmann von der ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur zur tz. Die Nazis in Wunsiedel hätten die Aktion zwar eindeutig bemerkt, sich aber nicht dazu geäußert. Das Echo in Wunsiedel sei großartig gewesen. „Viele Leute haben uns unterstützt und bei der Aktion geholfen.“ Mit dem erlaufenen Geld wolle man nun die Ausstiegsarbeit in Bayern fördern.