Die Nachrichtenagentur dpa hat Reaktionen auf das Urteil im Steuerprozess gegen Uli Hoeneß zusammengestellt:
Der Deutsche Fußball-Bund hält sich mit einer öffentlichen Bewertung des Urteils im Steuerprozess gegen Uli Hoeneß zurück. „Die Dimension des gesamten Vorgangs, wie er in den letzten Tagen publik wurde, hat auch uns als DFB überrascht”, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und betonte: „Die großen Verdienste von Uli Hoeneß für Bayern München und den gesamten deutschen Fußball bleiben unabhängig von diesem Prozess bestehen. Die juristische Beurteilung können in einem solchen Fall aber ausschließlich die Gerichte vornehmen, und da muss für Uli Hoeneß das gleiche Recht wie für jeden anderen gelten.” Hoeneß wurde wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.
Ligapräsident Reinhard Rauball hat sich zurückhaltend zum Urteil gegen Uli Hoeneß geäußert, aber an dessen Verdienste für den deutschen Fußball erinnert. „Das Gericht hat das Urteil nach einem gründlichen rechtsstaatlichen Verfahren gefällt.
Angesichts des Strafrahmens des Gesetzes war eine derart harte Sanktion nicht ausgeschlossen”, sagte der Präsident von Borussia Dortmund in einer von der Deutschen Fußball Liga (DFL) übermittelten Stellungnahme. „Die Verdienste von Uli Hoeneß um den deutschen Fußball bleiben trotz seines von ihm selbst eingestandenen Fehlverhaltens unberührt.”
Der Rechtsweg erlaube es, dass das Urteil mit der Revision zum Bundesgerichtshof angegriffen werden kann. „Im Übrigen liegt es ausschließlich bei den Verantwortlichen des FC Bayern München, die Thematik mit Blick auf den Club zu bewerten und damit umzugehen”, so Rauball weiter. Bayern-Präsident Hoeneß ist am Donnerstag wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.
Der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Clemens Prokop, kann als Jurist und Direktor des Amtsgerichts Regensburg das Urteil gegen Uli Hoeneß nachvollziehen: „Angesichts der im Raum stehenden Höhe der hinterzogenen Steuern ist das Urteil nicht überraschend. Eine Haftstrafe, die auf Bewährung ausgesetzt wird, war von Tag zu Tag unwahrscheinlicher geworden”, sagte Prokop der Nachrichtenagentur dpa.
Die Vorsitzende des Bundestags-Rechtsausschusses, Renate Künast, hält das Urteil im Steuerprozess gegen Uli Hoeneß für richtig. „Die Haftstrafe ohne Bewährung war unausweichlich. Angesichts der riesigen Summen konnte das Gericht nicht anders entscheiden”, sagte die Grünen-Politikerin. „Vor dem Gesetz sind alle gleich. Trotz des ungeheuren Rummels, das Gericht hat seine Aufgabe im Rechtsstaat erfüllt”, sagte Künast
SPD-Finanz- und Steuerexperte Joachim Poß hat die Strafe gegen den Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß als ein „Urteil mit Augenmaß” beurteilt. „Das Urteil nimmt, glaube ich, das Rechtsempfinden der Menschen ernst”, sagte Poß am Donnerstag im Fernsehsender Phoenix in einer ersten Reaktion auf das Urteil gegen Aufsichtsratschef des FC Bayern München. Poß plädierte zugleich dafür, weiterhin Steuer-CDs anzukaufen.