Pep Guardiola beim FC Bayern – "Wie geht es Jupp?"

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München leuchtet und die Welt staunt: Die Aufregung um die Verpflichtung des katalanischen Buddhas unter den Fußballtrainern, Pep Guardiola, durch den FC Bayern ist riesig. Der bestätigt das Image des Altruisten, denkt zuerst an das Wohl seines Vorgängers Heynckes – und bleibt der Stadt vorerst fern.

Thomas Hummel, Jahrgang 1973, verantwortet im News-Team als Ressortleiter den Sport. In München geboren, später Literaturstudent, noch später Volontär bei der Süddeutschen Zeitung. Dann Redakteur bei der Fußball-WM-Bibliothek der SZ. Zwischendurch war er auf allen Kontinenten dieser Welt, hat das Maracana in Rio, Rodeo in Panama und Südafrikaner beim Cricket gesehen. Doch am liebsten sitzt er irgendwo zwischen Steinernem Meer bei Berchtesgaden und dem Schweizer Rätikon und isst ein Salamibrot.

Gab es schon einmal eine Personalie, die so viel Zustimmung erfahren hat? Die so viel Stolz und Begeisterung entfacht hat? Josep, genannt Pep, Guardiola wird im Sommer neuer Trainer des FC Bayern. Die Welt staunt, denn dass ein deutscher Fußballverein die Konkurrenz aus Spanien, England und Italien aussticht, hat es seit Jahrzehnten nicht gegeben. Und  München leuchtet. Jedenfalls der Teil der Stadt, der mit dem roten Fußballklub verbandelt ist.

Selbst Menschen, die sich sonst nicht für Fußball interessieren, sprechen an diesem Donnerstag über den Coup des FC Bayern, den begehrtesten Trainer der Welt geholt zu haben. Den katalanischen Philosophen des Fußballs, der für das wunderschöne, einzigartige, reine und doch demütige Spiel des FC Barcelona steht. In vier Jahren gewann er dort sagenhafte 14 Titel. Pep Guardiola, der wegen seiner inzwischen fehlenden Haare und der friedvollen Ausstrahlung wie der Buddha unter den Fußballtrainern wirkt, kommt nach München. Was für eine Aufregung!

Allerdings hat der Klub den ersten Plan verworfen und stellt Guardiola nicht an diesem Freitag vor. Vermutlich bemerkte er, welche Aufregung um diese Verpflichtung herrscht. Das kleine Presse-Kabuff an der Säbener Straße hätte bei weitem nicht ausgereicht, um alle Medienvertreter unterzubringen. Und vermutlich hätte man Guardiola entweder direkt am Trainingsplatz mit dem Hubschrauber einfliegen lassen müssen oder ein paar Straßenzüge sperren. Zu allem Überfluss wäre es ja auch noch der 42. Geburtstag des Startrainers gewesen.

Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende, sagte, der Spanier werde womöglich erst im Sommer offiziell an der Säbener Straße vorgestellt. Guardiola, der beim Rekordmeister einen Vertrag über drei Jahre bis 2016 unterschrieben hatte, bleibe vorerst in New York. Und auch diese Mitteilung bestätigte das Image des Katalanen als Ehrenmann: “Sein erster Satz war, übrigens auf Deutsch: Wie geht es Jupp?” erklärte Rummenigge. Die Botschaft: Guardiola denkt zu allererst an seinen Vorgänger, dann erst an sich selbst. Dieses Bild hat ihn schon im Duell mit Real-Trainer José Mourinho zum Altruisten in einem schmutzigen Geschäft voller Egomanen werden lassen.

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Auch die Tatsache, dass er nicht eines der besser dotierten Angebote aus Paris (Scheich aus Katar), London (Oligarch aus Russland) oder Manchester (Scheich aus den Vereinigten Arabischen Emiraten) erlegen ist, macht ihn für viele zum Helden.

Rummenigge sagte am Donnerstag, das Münchner “Gesamtkonzept” habe wohl den Ausschlag gegeben im Kampf gegen die finanzstärkere Konkurrenz. “Wir haben ein gutes Image”, sagte er und ergänzte: “Wenn es exklusiv ums Geld gegangen wäre, hätten wir überhaupt keine Chance gehabt.” Dabei wird er auch in München ein königliches Gehalt beziehen, mit Hilfe des Anteilseigners Adidas macht der FC Bayern sicher viele Millionen Euro locker für diesen Coup.

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