Notizbuch Freitagsforum: Was brauchen Opfer rechter Gewalt?

Laut bayerischem Innenministerium gab es 2012 im Freistaat 63 Gewalttaten mit rassistischem Hintergrund. Die Dunkelziffer liegt weit darüber. Wie der Bayerische Rundfunk vor kurzem aufgedeckt hat, werden 47 Tötungsdelikte in Bayern derzeit auf ein rassistisches Motiv hin untersucht. 

Wer nicht ins Bild passt, lebt gefährlich

Die Opfer rechter Gewalt verschwinden nach der Tat leicht aus dem Fokus. Selbst nach einer Strafanzeige sprechen sie nicht öffentlich über das Geschehene – aus Scham oder Angst weiter aufzufallen. Viele Betroffene sind ausländischer Herkunft, haben dunkle Haut und keinen deutschen Pass. Aber auch Aktivsten aus der antifaschistischen Bewegung oder Punks werden von rechten Schlägern angegriffen.

Rechtsextreme in Bayern – und ihre mutigen Gegner


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Schmierereien und Schweineherzen




Hakenkreuz-Schmiererei im Jugendzentrum Freiraum in Dachau zugen von der rechten Gewalt

Auch das Jugendzentrum Freiraum in Dachau war im vergangenen Jahr das Ziel von neonazistischen Angriffen, sagt Marius Arndt. Der 24jährige engagiert sich bei Freiraum. So wurden die Mülltonnen angezündet, der Briefkasten abgerissen, die Lampen eingeschlagen, das Eingangsschild geklaut, die Mülltonnen abgefackelt, erzählt Arndt. Einen Tag vor Heilig Abend bekam das Jugendzentrum Post mit der Aufschrift “Letzte Warnung!” Im Umschlag: Ein Schweineherz. Die Polizei nahm das Organ mit, sieht aber keinen Straftatbestand erfüllt und ermittelt nicht. Das bestätigt der Pressesprecher der Polizei Dachau dem Bayerischen Rundfunk. Die rechte Gewalt geht weiter: Vergangene Woche entdecken die Jugendlichen an den Wände ihres Hauses Schmierereien wie Hakenkreuze, die Abkürzungen NS, SS oder Sprüche wie “Wir kriegen euch alle!”.

Was tun für die Opfer nach einer Gewalttat?

Moderation




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Jutta Prediger



Opfer rechter Gewalt brauchen eine spezielle Beratung und Betreuung, wie es sie in vielen Bundesländern bereits gibt. In München soll demnächst die erste Einrichtung dieser Art in Bayern entstehen. Diese Woche hat der Stadtrat darüber beraten. Das Notizbuch-Freitagsforum fragt: “Attackiert, verletzt, eingeschüchtert – Was brauchen Opfer rechter Gewalt?”. Zu Gast bei Jutta Prediger ist Judith Porath von der Opferperspektive Brandenburg und Thies Marsen, BR-Reporter mit Schwerpunkt rechtsextreme Gewalt.

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