Bei dem in der Schweiz gebunkerten Geld handelt es sich nach Angaben der Münchner „Abendzeitung“ um ein Vermögen von „mehreren hundert Millionen Euro“. Mehr als fünf Millionen Euro sollen schon als Abschlag an das Finanzamt bezahlt worden sein. Noch am Mittwoch habe Hoeneß bestritten, dass ein Steuerverfahren gegen ihn laufe und sein Haus am Tegernsee durchsucht worden sei.
Eben noch war Uli Hoeneß seinem bisherigen Image gerecht geworden, indem er den Solidargedanken hat aufleben lassen. Der Bayern-Präsident sorge sich vor sogenannten „spanischen Verhältnissen“ in der Fußball-Bundesliga. „Ich finde schon, dass wir uns Gedanken machen müssen, dass die oberen zwei, drei Clubs nicht total davonlaufen, dass die anderen mithalten“, hatte Hoeneß gesagt, nachdem sein Club durch einen 6:1-Erfolg über Wolfsburg das Pokalfinale erreicht hatte. Kurz zuvor hat der FC Bayern so früh wie noch nie in der 50-jährigen Geschichte der Bundesliga die Meisterschaft perfekt gemacht. Der 61-Jährige mahnte Chancengleichheit an, forderte ein „solidarisches“ Handeln ein etwa bei einer gerechten Verteilung der Fernsehgelder. „Mein Bauch“ sage ihm, „dass im Moment nicht alles in Ordnung ist, wie es in der Bundesliga ist“, sagte Hoeneß.
Erst am vergangenen Dienstag hatte der Kauf einer Steuer-CD mit 40.000 Datensätzen durch das Land Rheinland-Pfalz eine bundesweite Razzia ausgelöst. Das Mainzer Finanzministerium erwartet daraus ein steuerliches Aufkommen von 500 Millionen Euro bundesweit. Nordrhein-Westfalen hat der Ankauf von Steuer-CDs Einnahmen von 670 Millionen Euro beschert. Davon entfallen rund 400 Millionen Euro auf rund 8000 Selbstanzeigen. Auch die Schweizer Banken verstärken den Druck auf mögliche deutsche Delinquenten. „Wir raten unseren Kunden aus Deutschland schon seit Langem, sie sollten ihre Steuersituation überprüfen und offene Fragen wenn nötig klären“, sagte ein Sprecher der Credit Suisse. „Wenn das nicht geschieht, werden wir die Kundenbeziehung im Laufe des Jahres beenden.“