Das letzte Wort scheint bei diesem Deal noch nicht gesprochen. Vor ein paar Tagen gaben die Bayern erfreut bekannt, dass sie den begehrten Mainzer Defensiv-Spieler Jan Kirchhoff unter Vertrag nehmen. An dem 22 Jahre jungen Talent hatten diverse Topvereine Interesse; auch gegen den Dortmunder Jürgen Klopp, der nach seinen vielen Jahren in Mainz beste Kontakte zu den Rheinhessen hat, setzten sich die Münchner durch. Wie sie das gemacht haben, erklärte Kirchhoff mit einem prägnanten Satz: „Die sind mit der vollen Breite auf mich zugekommen.“ Nun scheint es sogar möglich, dass sich die Bayern mit Mainz sogar schon auf einen Wechsel im Januar einigen, dann hätten sie nach der schweren Verletzung von Holger Badstuber in der Rückrunde bei den entscheidenden Spielen eine Abwehrsorge weniger.
Ob Kirchhoff nun im Winter oder im Sommer wechselt, ist gar nicht so entscheidend, denn auch so ist bei den Bayern unter ihrem seit einen halben Jahr tätigen Sportchef Matthias Sammer ein neuer Trend zu erkennen: Der Sachse setzt gezielt auf deutsche Spieler und versucht dabei, seine Erfahrungen und Eindrücke als Sportdirektor des DFB zu nutzen. Konkret sagte er nun in der „Bams“: „Die sportliche Qualität und charakterliche Eigenschaft des deutschen Fußballs ist sehr, sehr interessant für uns. Deshalb wird unser Fokus ganz klar auf Deutschland liegen. Diese Strategie und Richtung wird sich eher noch mal verstärken.
Goretzka wird Chefsache
Die Bayern wollen ihr Risiko bei den Transfers immer weiter minimieren. Zu oft sind sie bei gewagten Transfers aus dem Ausland auf die Nase gefallen; teure Transfers aus Südamerika soll es zunächst einmal nicht mehr geben. Dafür, davon ist Sammer fest überzeugt, sei das Potenzial der besten Spieler aus den Nachwuchszentren deutscher Proficlubs zu gut, „der deutsche Fußball mit seiner Entwicklung und Nachhaltigkeit, unter anderem dank der Leistungszentren, stellt sich sehr, sehr klar mit einer hohen Qualität dar“, erklärt Sammer, dessen erste Verpflichtung, Kirchhoff, nur der Anfang einer Reihe deutscher Zugänge sein könnte.
Dem Vernehmen nach sollen die Bayern auch über einen Kauf des begehrten Bochumers Leon Goretzka nachdenken. An dem erst 17-jährigen Mittelfeldgestalter ist halb Europa interessiert, Sammer kennt den U19-Nationalspieler gut. Wie die „Welt“ berichtet, habe Sammer die Verpflichtung des Talents „zur Chefsache erklärt“.
Interesse an talentiertem Seeler-Enkel
Gerade erst hatte Bayerns Trainer Jupp Heynckes vor lauter Begeisterung nach der hervorragenden Hinrunde seine aktuelle Mannschaft als die beste bezeichnet, die je für den Club spielte; künftig könnte sie – wenn es nach Sammer geht – auch die deutscheste sein, die es je gab. Denn das Interesse bezieht sich nicht nur auf Talente wie Goretzka oder den erst 16 Jahre jungen HSV-Nachwuchsmann Levin Öztunali (Enkel von Vereinslegende Uwe Seeler), also Spieler, die noch ein paar Jahre bräuchten, um den Bayern weiterzuhelfen, sondern auch auf deutsche Spieler auf Spitzenniveau.