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Bayern, ist das nicht das Land der Rückständigkeit und des Seppltums? Die, die hier wohnen, sehen das ein bisschen anders
Folgt man den Urteilen der einen oder anderen Spiegel-Kolumnistin aus dem Norden, dann leben die Bayern in einem grotesken Land, das provinziell und kleingeistig agiert, ästhetisch eine Zumutung darstellt und für den Rest der Republik eine Dauerplage ist. Die Bayern scheren sich um solche Anfeindungen wenig. Mögen sie auch in einem Land voller Widersprüche leben, so tun sie das offensichtlich mit großer Lust und Leidenschaft. Bei einer Umfrage des Bayerischen Rundfunks (BR-Bayernstudie 2015) ist soeben herausgekommen, dass die im Freistaat lebenden Menschen auf ihre Region stolzer denn je sind. Fast hundert Prozent der Befragten haben angegeben, gerne in Bayern zu leben und sich hier zu Hause zu fühlen. Im Vergleich zur Umfrage vor fünf Jahren ergab sich in puncto Heimatliebe tatsächlich noch einmal eine Steigerung, damals hatten 95 Prozent der Befragten angegeben, dass sie gerne in Bayern daheim sind.
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Erstaunlich ist, dass die Zunahme der Verbundenheit mit Bayern vor allem auf die Unter-30-Jährigen und auf die Zugezogenen zurückgeht. Die Heimatbegeisterung dieser Gruppen unterscheidet sich kaum mehr von der sesshaften Befindlichkeit der älteren Generationen. Gut 80 Prozent der jungen Bayern sind generell “stolz darauf, ein Bayer zu sein”, ein Umstand, der diverse nichtbayerische Blätter vermutlich zur Bekräftigung des gängigen Urteils verleiten wird, mit diesem Land könne etwas nicht stimmen.
Während Rückständigkeit, Borniertheit und Seppltum nach wie vor von außen nach Bayern hineininterpretiert werden, erleben die Bewohner Bayerns ihre Heimat als ein Land im Wandel, wobei die Veränderungen von der Bevölkerung mehrheitlich positiv gesehen werden. Zentrale Ursachen des Wohlgefühls der in Bayern lebenden Menschen sind laut der BR-Studie Landschaft und Natur, die Nähe zu Freunden und Familie sowie das spezielle Lebensgefühl. Das Bekenntnis zu Bayern ist auch bei den aus dem Ausland Zugezogenen angestiegen. Inzwischen stehen sie darin den gebürtigen Bayern kaum noch nach.