Sportvorstand Matthias Sammer von Fußball-Rekordmeister Bayern München hat Louis van Gaal nach dessen Angriff auf Präsident Uli Hoeneß einen Rüffel erteilt. “Ich fand das ein bisschen problematisch”, sagte Sammer nach dem 4:0 (1:0) des FC Bayern im DFB-Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern über den früheren Münchner Chefcoach van Gaal, der Hoeneß als Alleinherrscher dargestellt hatte. “Bayern München, das sagt jeder, ist keine One-Man-Show. Es so darzustellen, wird dem ganzen Klub nicht gerecht”, sagte Sammer.
Van Gaal, ergänzte er, habe so einen Angriff “gar nicht nötig”. Sammer weiter: “Ich hätte nicht erklärt, wer scheinbar für alles verantwortlich ist in diesem Klub, um diesen dann anzugreifen. Das hätte ich an seiner Stelle nicht getan, weil ich auch sehe, wie alle Entscheidungen immer zusammen mit Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner getroffen werden. Das sind meine Erfahrungen in 120 Tagen.”
Hoeneß gab keinen Kommentar ab
Van Gaal hatte Hoeneß in einem Interview allein verantwortlich für seinen Rauswurf im April 2011 gemacht, und erklärt, “dass es keineswegs eine gute Sache ist, wenn die Macht bei so einem großen Klub wie dem FC Bayern nur bei einer Person liegt. Für mich und meine Arbeit war Uli Hoeneß also nicht gut.”
Van Gaal hatte den FC Bayern 2010 zum Double und ins Champions-League-Finale gegen Inter Mailand (0:2) geführt, war allerdings nach einer schwachen Phase im Frühjahr 2011 entlassen worden – auf Betreiben von Hoeneß. Der Bayern-Präsident wollte sich am Mittwochabend auf Nachfrage nicht zu van Gaal äußern.
Löw: “Wir spielen 4-5-1 länger als Bayern”
Dies tat dafür der Bundestrainer. Van Gaal hatte behauptet, Joachim Löw hätte sein Bayern-System in die Nationalmannschaft übernommen. Dies sieht Löw etwas anders. “Mit der 4-5-1-Variante spielen wir ja bereits seit der EM 2008, also schon recht lange”, sagte er der “Bild” und dreht den Spieß um: “Vielleicht ist es ja so, dass Louis van Gaal sich von unserer Nationalmannschaft hat inspirieren lassen, als er im Sommer 2009 beim FC Bayern anfing.”
Am 14. November trifft Löw mit der Nationalmannschaft in Amsterdam auf van Gaals Niederländer. “Unabhängig vom System lieben wir beide attraktiven und offensiven Fußball. Und ein gutes Glas Rioja, zu dem ich mich unheimlich gern in Amsterdam mit ihm verabredet hätte”, sagt Löw: “Dazu werden wir wohl aber nicht genug Zeit haben.”

