Schlechte Laune kann CSU-Chef Horst Seehofer ziemlich schlecht verbergen: “Ich bin sehr zufrieden”, sagt Seehofer dann häufig mit leicht beleidigtem Unterton.
Gewiss ist, dass Seehofer sein Wahlziel bei der Kommunalwahl verfehlt hat. Und die Bedeutung dieses Dämpfers wird sehr wahrscheinlich über die Kommunalwahl hinausreichen. Die CSU rutscht bei der Kommunalwahl unter die 40 Prozent auf 39,7 Prozent – das schlechteste Ergebnis seit 1960.
Nach unten ging es in gut zwei Dritteln der Kreise für die SPD. In München verloren die Sozialdemokraten Zum erstenmal seit 20 Jahren die Mehrheit im Stadtrat und es reicht nicht einmal für eine Fortsetzung des rot-grünen Bündnisses.
Die Grünen dagegen legten bayernweit um 2 Prozent zu und präsentierten sich, wie auch die Freien Wähler, zufrieden.
In den großen Städten aber spielen beide kaum keine Rolle. Bei der Stichwahl in Würzburg hat Christian Schuchardt, gemeinsamer Kandidat von CSU, FDP und Würzburger Liste in der Stichwahl, beste Chancen gegen Muchtar AL Ghusain von SPD und Grünen.
Umgekehrt das Bild in der Frankenmetropole: Mehr als zwei Drittel der Nürnberger wollen ihren Uli Maly als OB behalten.
Noch einmal zum Wählen gehen müssen auch die Regensburger. Sage und schreibe nur 18 Stimmen fehlten dem SPD Kandidaten Joachim Wollbergs zum Sieg über den CSU Kontrahenten Christian Schlegl.
Klare Verhältnisse hingegen in Augsburg. Im Rathaus wird auch weiterhin Kurt Gribl von der CSU den Kurs der Stadt bestimmen, dazu aber Koalitionspartner brauchen. Die Sozialdemokraten erlebten mit einem Minus von 8 Prozent ein Desaster in der Schwabenmetropole.
Hochspannung dagegen noch bis zum 30: März in München. Der Sozialdemokrat Dieter Reiter muss in die Stichwahl gegen Josef Schmid von der CSU. (dpa/red)