1963 wurde die Bundesliga ins Leben gerufen. Von den 50 Meistertiteln, die es zu verteilen gab, gewann der FC Bayern München 23, den jüngsten am Samstag durch das 1:0 bei Eintracht Frankfurt. Bereits am 28. Spieltag Meister zu werden, das ist noch keiner anderen Bundesliga-Mannschaft gelungen. Grossen Anteil an diesem Rekord – nur zu gern nennt sich der FC Bayern ja Rekordmeister – habe Coach Jupp Heynckes, finden die deutschen Medien. Heynckes wurde 1979 mit 34 Jahren in Mönchengladbach der bis dahin jüngste Chefcoach der Bundesliga, 1990 war er zuletzt Deutscher Meister gewesen – mit dem FC Bayern. Später arbeitete er in Spanien (Champions-League-Sieger mit Real Madrid 1998) und Portugal, ehe er in die Bundesliga zurückkehrte.
Für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» steht fest, «dass es nie einen besseren deutschen Meister gab als den FC Bayern 2013. Ein Meister aller Klassen, wie ihn sich die Bundesliga zum fünfzigjährigen Jubiläum nicht besser hätte basteln können.» Und warum ist es so gekommen? Weil Trainer Heynckes «es dank kluger Menschenführung und taktischer Virtuosität verstanden hat, seine Leute vom ersten Tag der Saison bis zum Titelgewinn frei von jedem Nachlassen zu halten», findet die «FAZ».
Als Coach verantwortet Heynckes massgeblich die Spielerzukäufe. Er bewies mindestens ein glückliches Händchen mit der Verpflichtung des Spaniers Javier Martinez, des Kroaten Mario Mandžukić, des Brasilianers Dante und nicht zuletzt mit dem Erwerb von Xherdan Shaqiri, der vom FC Basal kam. Hier “fanden die Münchner eine bessere Antwort als in früheren Jahren, wenn sie sich in ihrem Allmachtsanspruch herausgefordert fühlten. Sie kauften einmal nicht nur stur ein nach Torjägerliste oder kicker-Notentabelle, sondern suchten unbeeindruckt von Momentaufnahmen und statistischen Effekten, was ins eigene System passte”, schreibt die «Süddeutsche Zeitung». Das System ist ein: System Heynckes.
Es wird im Sommer vom System Pep Guardiola abgelöst werden. Der ehemalige Coach des FC Barcelona unterschrieb im Dezember 2012 einen Dreijahresvertrag beim FC Bayern. Der Berliner «Tagesspiegel» sieht in München deshalb «nun ein Luxusproblem, eher ein Luxusdilemma, dass sie einen neuen Trainer verpflichtet haben, Pep Guardiola, einen Mann, den man verpflichten muss, wenn man ihn sich leisten und haben kann.» Zumal die Münchner dafür «einen Trainer in die Rente schicken, der den strauchelnden Musterschüler wieder zum Primus gemacht hat»: Eben Heynckes.