Zuletzt aktualisiert: 21.05.2013 um 05:15 UhrKommentare
Für Dortmund-Trainer Jürgen Klopp gibt es nur einen Grund, am samstägigen Champions-League-Finale gegen Bayern München teilzunehmen: “Das Ding zu gewinnen!”

Foto © APJürgen Klopp
Herr Klopp, was bedeutet das Champions-League-Finale für Sie persönlich?
JÜRGEN KLOPP: Darüber habe ich noch nicht so richtig nachgedacht und finde das – ehrlich gesagt – auch gar nicht so wichtig. Aber in dem Moment, in dem es so weit ist, werde ich mit Sicherheit spüren, dass es wahrscheinlich das Außergewöhnlichste ist, was ich sportlich bis dahin erlebt habe.
Ist man dafür Trainer geworden, so ein Finale in Wembley spielen zu können und sagt man dann, ,Das ist das Größte, was ich erleben kann’?
KLOPP: Trainer bin ich ehrlich gesagt geworden, weil ich nichts anderes kann. Aber wenn mir der Verein nicht diese Möglichkeiten geben würde, ich nicht so ein fantastisches Trainerteam hätte und – das Wichtigste – wir keine so außergewöhnlichen Spieler hätten, hätten wir einfach niemals eine Chance gehabt, in die Champions League oder gar in das Finale zu kommen. Mir ist auch klar, dass das nicht jedem vergönnt ist, aber ich bin nicht deshalb Trainer geworden, sondern ich empfinde das lediglich als Sahnehäubchen und als außergewöhnlichen Moment, den wir zu genießen gedenken, allerdings auf unsere Art, und das heißt, ziemlich intensiven Fußball zu spielen.
Mit welchen Erwartungen fliegen Sie nach Wembley?
KLOPP: Es ist nicht das olympische Motto ,Dabei sein ist alles’. Es gibt nur einen Grund, am Finale teilzunehmen: das Ding zu gewinnen! Und ich hoffe sehr, dass man uns ansieht, dass wir nur deswegen da sind. Wir sind bis hierhin gekommen als fairste Mannschaft der Champions League und das wollen wir auch im Endspiel so durchziehen, weil wir von dem Weg überzeugt sind. Ich hoffe, dass das funktioniert. Ich könnte jetzt aber auch nicht sagen, dass wir es mehr verdient hätten als die Bayern. Die Mannschaft, die am Ende gewinnen wird, wird es auch verdient haben. Das gilt es dann einfach zu respektieren.
Warum glauben Sie, dass ihr es seid, die am Ende den Pokal hochhalten?
KLOPP: Das ist relativ einfach: Weil wir die Möglichkeiten dazu haben. Wir haben uns ja mehrfach selber überrascht in dieser Saison. Wie wir gegen Manchester City gespielt und mehrfach sehr gut gegen Real Madrid gespielt oder auch Schachtjor Donezk ausgeschaltet haben. Am Ende müssen wir festhalten: Wir sind zu Recht im Finale. Und wer zu Recht im Finale ist, hat die Möglichkeit, es auch zu gewinnen, und um genau das werden wir uns kümmern.
Wer hat denn den meisten Druck: Bayern oder Dortmund?
KLOPP: Das ist mir egal, weil es nicht ausschlaggebend sein wird. Im Vorfeld wird jeder Druck spüren, da es einfach ein außergewöhnlicher Moment ist. Es geht einfach darum, wie sehr man diesen Druck ausblenden kann, wie sehr man sich auf dieses Spiel einlassen und in dieses Spiel eintauchen kann, um sich nur um die Aufgaben zu kümmern, die dort anstehen.
Ist es ein Vorteil für Sie, im Finale gegen die Bayern zu spielen, da Sie ja in den letzten beiden Jahren bewiesen haben, dass sie nicht nur ebenbürtig, sondern eigentlich sogar besser sind?
KLOPP: Die letzten zwei Jahre sind eigentlich gar nicht so interessant. Wenn man sich die heurigen Ergebnisse der Bayern in der Champions League und in der Bundesliga anschaut, haben sie wirklich alles aus dem Stadion geschossen, was nicht bei drei auf dem Baum war, nur uns nicht. Das muss man festhalten. Wir haben uns immer gewehrt, obwohl wir nicht in jedem Spiel in Topverfassung waren. Wenn wir in einer Topverfassung sind – und nur darüber müssen wir reden -, können wir Bayern schlagen. Das wissen wir und das weiß auch Bayern München.