Es war der Abgang eines Großen, als Jupp Heynckes am Dienstag zu seiner letzten Pressekonferenz als Bayern-Trainer bat. Er ziehe sich ins Private zurück, sagte er, wollte dem Rücktritt aber nicht den Stempel “endgültig” aufdrücken. In der Presselandschaft wurde Heynckes tags darauf noch einmal in aller Ausführlichkeit gewürdigt. Einige Kostproben:
Süddeutsche Zeitung: Heynckes folgt also dem Motto: Man soll aufhören oder zumindest eine Pause
machen, wenn es am schönsten ist. In dieser Saison hat er so viele Titel
gewonnen wie noch kein Trainer im deutschen Männerfußball vor ihm. Erst holte er
die Meisterschaft im Rekordtempo, dann die Champions League in Wembley und am
vergangenen Samstag machte er das Triple perfekt, als er in Berlin den DFB-Pokal gewann.
Focus: Die Münchner Alles-Gewinner sind dem 68-Jährigen unendlich dankbar für dessen
Glanzleistungen in den letzten Monaten, noch mehr aber schätzen sie die Gabe des
Fußballlehrers, ein befeuerndes Wir-Gefühl im Kader hergestellt zu haben, „eine
Solidarität geschaffen“ zu haben, die auf den gesamten Verein ausgestrahlt habe,
wie Club-Boss Karl-Heinz Rummenigge hervorhob. Doch noch dankbarer wären sie ihm
wohl gewesen, hätte Heynckes nun, bei seiner Verabschiedung auch sein
Karriereende verkündet. Hat er aber nicht. Er werde sich eine Auszeit gönnen und
Urlaub nehmen, sagte Heynckes. Doch auf die Nachfrage eines Reporters, ob seine
Laufbahn damit beendet sei, erwiderte er: „Ich bin in einer Situation, wo ich
das nicht heute bekanntgeben sollte“. Und: „Ich habe persönlich etwas gegen
endgültig.“
Spiegel online: Nun ist erst mal Schluss. “In den letzten Wochen habe ich gemerkt, dass ich
ein gewisses Alter erreicht habe. Besonders jetzt bei der Feierei.” Heynckes gab
zu, dass ihn die Arbeit in den vergangenen beiden Jahren sehr angestrengt habe.
“Der Trainer beim FC Bayern muss sich um alles kümmern. Der Trainerjob beim FC
Bayern kostet wahnsinnig Kraft und Energie.”
Sportbild: Der scheidende Bayern-Trainer Jupp Heynckes hat erklärt, zur kommenden Saison
kein Amt als Trainer zu übernehmen. Ein Hintertürchen für eine etwaige Rückkehr
in den Fußball hielt sich der 68-Jährige allerdings offen.
Handelsblatt: Doch der Mann, der anfänglich nur als Notnagel auf dem Münchner Trainerposten nach Louis van Gaal gehandelt wurde, hört nun auf, wenn es am schönsten ist – zumindest vorläufig. Er tauscht München und die Säbener Straße ein gegen ein 130-Seelendorf; Traktorengeknatter gegen “Jupp, Jupp”-Gesänge aus tausenden von Stimmen im Stadion. (AZ)
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