Jede Menge Konflikte in Peps heiler Fußballwelt – T

Matthias Sammer hat ein schönes Wort gefunden. “Scheinresultat”, nannte der Sportvorstand des FC Bayern das 0:0 aus Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Schlachtjor Donezk. Der schöne Schein trügt beim Rekordmeister. Und das nicht nur mit dem Blick auf das jüngste Ergebnis. Welch hochsensibles Gebilde ein so erfolgsverwöhnter Welt-Klub wie der FC Bayern ist, wird in diesen Tagen wieder einmal deutlich.

Das Rückspiel gegen den Klub aus der Ukraine wird jedenfalls zur Nervenschlacht. Gelingt Donezk in der Allianz Arena nur ein einziger Treffer droht den Münchnern das Aus in der Königsklasse, bevor der Wettbewerb überhaupt richtig Fahrt aufgenommen hat. Nach dem blamablen Aus gegen Real Madrid in der Vorsaison, als man zu Hause mit 0:4 unter die Räder kam, hätte man das große Ziel erneut verpasst.

Erneuter Leistungsabfall?

Spätestens dann würde auch der so hoch gelobte Trainer Pep Guardiola gewaltig in die Kritik geraten. Schließlich wurde er nicht vorrangig verpflichtet, um Rekorde in der Meisterschaft aufzustellen, sondern in erster Linie, um in der Champions League den ganz großen Wurf zu landen.

Doch mittlerweile wächst erneut die Angst im Münchner Umfeld, dass der Star-Trainer die entscheidende Saisonphase erneut in den Sand setzen könnte, so wie ein Jahr zuvor, als Guardiola nach dem vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft, die Bundesliga-Saison quasi für beendet erklärt hatte. Die Folge war ein rasanter Leistungsabfall, der im Real-Debakel mündete.

Sammer schlägt Alarm

Und ein solches Debakel könnte die derzeitige Bayern-Mannschaft schneller heimsuchen, als es sich so mancher angesichts der Super-Super-Hinrunde vorstellen mag. Das spürt auch Sammer. “Wir müssen die Antennen ausfahren. Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen”, mahnt er zu erhöhter Wachsamkeit. Doch da der 47-Jährige gefühlt immer den Zeigefinger hebt, kann es passieren, dass seine Worte nicht wirklich ernst genommen werden.

Dabei ist es allerhöchste Zeit, dass ein Ruck durch den Champions-League-Sieger von 2013 geht. Von fünf Pflichtspielen im Jahr 2015 wurden gerade einmal zwei gewonnen. Dabei waren die Leistungen bis auf eine Ausnahme stets dürftig. Doch geblendet von den Gala-Auftritten der Hinrunde, hat man sich die bisherigen Resultate schön geredet.

“Sind noch nicht auf dem Top-Level”

Die 1:4-Klatsche beim VfL Wolfsburg wurde als Betriebsunfall schnell zu den Akten gelegt. Das 1:1 zu Hause gegen Schalke wurde als Erfolg verbucht, da man ja die meiste Zeit in Unterzahl agieren musste, der 2:0-Sieg in Stuttgart erhielt das Prädikat “Schritt in die richtige Richtung” und spätestens nach dem 8:0-Triumph gegen einen krisengeschüttelten Hamburger SV war die heile Bayern-Welt wieder in Ordnung.

Trotz magerem 0:0 gegen Donezk 
Bayern-Coach Guardiola ist “sehr zufrieden”

Bayern-Coach Guardiola ist 'sehr zufrieden'. (Bildquelle: omnisport)Bayern-Coach Guardiola ist 'sehr zufrieden'. (Bildquelle: omnisport)

Für den ukrainischen Gegner findet der Spanier äußerst lobende Worte. Video

Das Spiel in Donezk zeigte jetzt allerdings, dass die Münchner noch lange nicht da sind, wo sie sich bereits wieder wähnten. “Wir sind noch nicht auf dem Top-Level, da fehlt noch ein Stück zu dem, was unser eigener Anspruch ist, das muss kommen”, analysierte Sammer treffend.

Guardiola im Mittelpunkt

Bei der Frage wieso die Münchner den Faden verloren haben, rückt Guardiola immer mehr in den Blickpunkt. Ziemlich deutlich wird für seine Verhältnisse der “kicker” in der Analyse des Donezk-Spiels. Das Fachmagazin sieht die Eigenständigkeit und das Selbstvertrauen der Weltstars auf dem Platz zusehends schwinden, “weil dieser Fußballlehrer ständig meint, von außen alle Aktionen dirigieren zu müssen. Oft reagieren die Spieler, wie in Lwiw David Alaba bei einer Unterbrechung vor der Pause, verdutzt, weil sie nicht verstehen, was ihr Herr und Meister gerade vorgibt.”

Franz Beckenbauer hat den FC Bayern geprägt wie kaum ein anderer. 1965 stieg er mit dem Klub in die Bundesliga auf, je vier Mal wurde er Deutscher Meister (1969, 1972-74) und Pokalsieger (1966, 1967, 1969, 1971), drei Mal Europapokalsieger der Landesmeister (1974-76), je ein Mal Europapokalsieger der Pokalsieger (1967) und Weltpokalsieger (1976). Nach seiner aktiven Laufbahn war er für den Klub als Trainer, Präsident, Aufsichtsratsvorsitzender aktive. Und mittlerweile als Ehrenpräsident. (Quelle: imago/Werek) Querkopf, unbequemer Rebell - Paul Breitner war ein Fußballer, an dem sich die Geister schieden. Fußballerisch prägte er als großer Stratege entscheidend den Bayern-Stil der frühen 80er Jahre. Zusammen mit Karl-Heinz Rummenigge bildete Breitner eines der gefährlichsten Duos der Bundesliga-Geschichte. Seine größten Erfolge bei Bayern erlebte er bereits Anfang der 70er Jahre. 1971 gewann er den DFB-Pokal, 1972-1974 die Meisterschaft und 1974 den Europapokal der Landesmeister. (Quelle: imago/Werek) Niemals aufgeben! Immer weitermachen!  Dafür steht Oliver Kahn wie kein anderer. In seinen 14 Jahren im Tor des FC Bayern brachte er es auf acht Meistertitel. Den DFB-Pokal gewann Kahn sechs Mal, häufiger als jeder andere Fußballspieler. International konnte er seiner Vita den Gewinn der Champions League (2001), des Weltpokals (2001) und des UEFA-Cups (1996) hinzufügen. Nach 557 Bundesligaeinsätzen beendete er seine Karriere 2008 standesgemäß mit dem Gewinn des Doubles. (Quelle: imago/Kolvenbach) Georg Schwarzenbeck war der wohl beste Vorstopper aller Zeiten. Der Putzer des Kaisers wurde Katsche genannt, der immer im Schatten Beckenbauers stand. Dabei war es Schwarzenbeck, der mit seinem Tor in der letzten Minute der Verlängerung gegen Atletico Madrid den Weg zum Gewinn des ersten Landesmeisterpokals (1974) ebnete und die Erfolgsära des FC Bayern einleitete. Er wurde sechs Mal Meister, drei Mal Pokalsieger, drei Mal Landesmeistercup-Sieger und ein Mal Pokal der Pokalsieger.   (Quelle: imago/Sven Simon) Sepp Maier, die Katze von Anzing, war einer der besten Torhüter der Welt. Der Spaßvogel hat fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gab: Deutscher Meister (1969, 1972-74), Pokalsieger (1966, 1967, 1969, 1971), Europapokalsieger (1967, 1974-76), Weltpokalsieger (1976) sowie Europameister (1972) und Weltmeister (1974). Ein schwerer Autounfall beendete seine Sportler-Karriere im Alter von 35 Jahren. Als Torwarttrainer arbeitete er jahrelang mit Oliver Kahn und formte ihn zu einem der weltbesten Torhüter. (Quelle: imago/Sven Simon) Gerd Müller schlägt alle Rekorde. Insgesamt gewann er zwischen 1967 und 1978 sieben Mal die Torjägerkrone. Zweimal war er Europas bester Torjäger (1970, 1972), zweimal deutscher Fußballer des Jahres (1967, 1969) und einmal Europas Fußballer des Jahres (1970). Je viermal wurde er mit dem FCB Meister  (1969, 1972-1974) und Pokalsieger (1966, 1967, 1969, 1971), dreimal gewann er den Landesmeister-Cup (1974-1976) sowie je einmal den Europapokal der Pokalsieger (1967) und den Weltpokal (1976). (Quelle: imago/Werek) Franz Bulle Roth war der Mann für die entscheidenden Tore. Im Alter von 21 Jahren traf er im Finale des Europapokals der Pokalsieger 1967 gegen die Glasgow Rangers in der Nachspielzeit zum 1:0-Endstand und sicherte somit den Bayern den ersten internationalen Titel. Auch bei zwei der drei Landesmeister-Titel 1974 bis 1976 traf er entscheidend. Zwölf Jahre (1966-1978) blieb Roth dem Rekordmeister treu und gewann in dieser Zeit nahezu alles, was es im Vereinsfußball zu gewinnen gab. (Quelle: imago/Sven Simon)  (Quelle: imago/Liedel) 15 Jahre lang verzückte Mehmet Scholl in München die Massen, war der absolute Superstar und Publikumsliebling. Er bestritt 469 Pflichtspiele und erzielte dabei 117 Tore. Mit insgesamt 21 Titeln ist Scholl der alleinige Rekordmeister beim Rekordmeister. Acht Mal wurde er Deutscher Meister (1994, 1997, 1999, 2000, 2001, 2003, 2005, 2006), fünf Mal Pokalsieger (1998, 2000, 2003, 2005, 2006), ebenfalls fünf Mal gewann er den Ligapokal (1997, 1998, 1999, 2000, 2004), einmal den Uefa-Cup (1996). (Quelle: imago/Pressefoto Baumann)

Legendäre Spieler des FC Bayern

Orientierungslos und ohne Selbstvertrauen scheint auch Robert Lewandowski zu sein. Der Super-Stürmer a.D. muss mal auf der linken Außenbahn aushelfen, dann sitzt er wieder nur auf der Bank. Anstatt ihn zu stärken, hat Guardiola den Polen eher geschwächt. Eine Waffe weniger im Kampf um Europas Krone.

Hamann rät Lewandowski zum Wechsel

“Ich denke, er wurde in den vergangenen Wochen sehr harsch behandelt”, sagte TV-Experte Dietmar Hamann bei Sky Sports. Der Ex-Bayern-Spieler glaubt nicht daran, dass Guardiola mit klassischen Neunern arbeiten kann und rät Lewandowski offen zu einem Wechsel nach England.  

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Louis van Gaal kommt mit Verwarnung davon. (Bildquelle: omnisport)Louis van Gaal kommt mit Verwarnung davon. (Bildquelle: omnisport)


Van Gaal kommt mit Verwarnung davon

Bayern-Coach Guardiola ist 'sehr zufrieden'. (Bildquelle: omnisport)Bayern-Coach Guardiola ist 'sehr zufrieden'. (Bildquelle: omnisport)


Bayern-Coach Guardiola ist “sehr zufrieden”

Vieirinha schwärmt von der Bundesliga. (Bildquelle: omnisport)Vieirinha schwärmt von der Bundesliga. (Bildquelle: omnisport)


Vieirinha: “Bundesliga hat höchste Qualität”

Kroos: 'Vieles klappt noch nicht hundertprozentig'. (Bildquelle: omnisport)Kroos: 'Vieles klappt noch nicht hundertprozentig'. (Bildquelle: omnisport)


Kroos: “Vieles klappt noch nicht hundertprozentig”

40-Meter-Eigentor in der 89. Minute. (Bildquelle: omnisport)40-Meter-Eigentor in der 89. Minute. (Bildquelle: omnisport)


Kurioses 40-Meter-Eigentor in der 89. Minute

Ein weiteres kniffliges Problem gilt es im Mittelfeld zu lösen. Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass Xabi Alonso und Bastian Schweinsteiger nicht gleichzeitig eingesetzt werden können. Sie sind sich in der Spielanlage einfach zu ähnlich. Sind beide fit, wird Guardiola einen Star rasieren müssen. Es bleibt abzuwarten, wie der Bayern-Coach einen solchen Härtefall moderieren wird. Im Rückspiel gegen Donezk stellt sich diese Frage zum Glück nicht. Alonso fehlt aufgrund seiner Gelb-Roten Karte im Hinspiel.

Dante nur zweite Wahl

Zu allem Überfluss fühlt sich Abwehrspieler Dante nicht ausreichend wertgeschätzt. Das wird sich wohl auch nicht ändern, da Guardiola extrem hoch verteidigen lässt und dafür schnelle Defensivkräfte braucht. Dante ist nunmal nicht der Schnellste, dafür aber ein Führungsspieler, dessen Wort innerhalb der Mannschaft Gewicht hat. Meinungsmacher, die oft auf der Ersatzbank sitzen müssen, können schon mal kontraproduktiv agieren.

Gelingt es Guardiola, die Bayern wieder richtig in Spiellaune zu bringen, dann lösen sich all diese Konfliktherde in Luft auf. Ein Selbstläufer wird es indes nicht, dafür ist schon zu viel Sand im Getriebe. Immerhin bleibt dem Spanier fast ein Monat Zeit bis zum Rückspiel gegen Donezk. Doch bis dahin bewegt man sich in München auf ganz dünnem Eis.

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