Israelis, wie sind die eigentlich?

Israelische Jugendliche, wie sind die eigentlich? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigten sich 22 Zehnt- und Elftklässer des Rhön-Gymnasiums Bad Neustadt, die sich dieses Jahr für das Austauschprogramm mit der Schule Mikve Israel anmeldeten. Zwei Schülerinnen, Lena Bauer und Ina Baumeister, berichteten für die Main-Post von dem Schüleraustausch:

Nachdem alle ihre Austauschpartner zugeteilt bekommen hatten, konnten wir es kaum erwarten, sie endlich in Deutschland begrüßen zu dürfen. Mitte September war es endlich soweit und wir, 22 aufgeregte Zehnt- und Elftklässler des Rhön Gymnasiums, machten uns ausgestattet mit Dirndl, Lederhosen und Willkommensplakaten gemeinsam mit unserem Lehrer Günter Henneberger auf den Weg zum Frankfurter Flughafen, um dort unsere Gäste zu empfangen.

Herzlicher Empfang

Nach der sehr herzlichen Begrüßung – welche sehr typisch für Israel ist – ging es gleich weiter in die Frankfurter Innenstadt, um die Stadt und die Austauschpartner besser kennenzulernen. In Bad Neustadt angekommen, wurden wir von unseren Eltern empfangen. Schon am ersten Tag machten wir mit der Herzlichkeit und Spontaneität der Israelis Bekanntschaft und merkten, dass sie auch der noch fremden Gastfamilie sehr aufgeschlossen gegenüberstanden.

Am nächsten Morgen stellten einige deutsche Schüler unser Land und unsere Schule vor. Daraufhin wurden wir in die Projektarbeit, die Dokumentation des jüdischen Friedhofs in Bad Neustadt (wir berichteten) von drei Spezialisten für Dokumentation aus Israel eingewiesen.

Die folgenden Tage verbrachten wir nicht nur mit der Projektarbeit, sondern auch mit Besuchen der Städte Nürnberg und Bamberg näher. Dazu kam die Teilnahme der Israelis am Unterricht, wo deutlich wurde, dass in Israel ein komplett anderes, engeres Lehrer-Schüler-Verhältnis herrscht. Beispielsweise sprechen die Schüler ihre Lehrer mit Vornamen an und sehen sie als einen Elternersatz.

Am Freitag fand der für die Juden sehr wichtige Schabbatabend statt (wir berichteten). Jedoch konnten wir nicht zu lange feiern, da die Abfahrt nach Köln am nächsten Morgen bereits für 6 Uhr angesetzt war. Trotz der frühen Stunde waren die Israelis – wie eigentlich immer – gut gelaunt und zeigten keinerlei Anzeichen von Müdigkeit. Gegen 10 Uhr kamen wir im Freizeitpark Phantasialand an, wo alle sehr viel Spaß hatten. Anschließend stand die Besichtigung des Kölner Doms und der Hohenzollernbrücke an.

Den Sonntag verbrachten wir mit der Familie. Einige nutzten die Gelegenheit, um ihren Austauschpartnern den Kreuzberg oder die Wasserkuppe zu zeigen. Am Abend lösten wir die von Bürgermeister Bruno Altrichter gesponserten Gutscheine für das Triamare ein, das die Israelis sehr begeisterte, da sie zuvor noch nie in einem Hallenbad waren. In den nächsten Tagen erhielten sie eine Stadtführung durch Bad Neustadt, wo sie sowohl die Innenstadt (mit zwei Turmbesteigungen) als auch die Brender Kirche und den Friedhof gezeigt bekamen. Außerdem machten sie eine Rhönwanderung.

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war die Fahrt zum ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar, wo wir eine Führung durch das gesamte Gelände bekamen. Anschließend veranstalteten wir für die Opfer des Holocaust eine zweisprachige Gedenkfeier. Dies stellte sich als sehr emotionales Erlebnis für die Jugendlichen beider Nationen heraus, da uns an dieser Stelle besonders bewusst wurde, wie schlimm die nationalsozialistische Unterdrückung war und wie eng wir durch unsere gemeinsame Vergangenheit verbunden sind.

Vier Tage Berlin

Ein krönender Abschluss des Deutschlandaufenthalts war die viertägige Fahrt nach Berlin. Dort besuchten wir neben dem Potsdamer Schloss Sanssouci weitere Sehenswürdigkeiten, wie das Brandenburger Tor, das Holocaust Memorial und den deutschen Bundestag. Außerdem besuchten wir das Jüdische und das Neue Museum. Des Weiteren präsentierten wir im Schloss Charlottenburg unser Projekt, was von einem weiteren Sponsor, Professor Stefan Simon vom Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen, organisiert wurde.

Am Sonntagmorgen fuhren wir gemeinsam mit den Austauschpartnern zum Flughafen Berlin-Schönefeld, wo uns ein tränenreicher Abschied bevorstand. Denn wir hatten nicht nur festgestellt, dass zwar einige Unterschiede in Denk- und Verhaltensweisen existieren, sondern dass es vor allem viele Gemeinsamkeiten gibt, und so hatten sich nicht nur mit den eigenen Partnern enge Freundschaften entwickelt. Ein Trost, dass wir unsere israelischen Freunde schon im März nächsten Jahres beim Gegenbesuch in Israel wiedersehen werden.

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