Uli Hoeneß hat im Zusammenhang mit seiner Steueraffäre nun öffentlich Fehler eingeräumt. “Ich habe erkannt, dass ich einen schweren Fehler gemacht habe, den ich versuche, mit der Selbstanzeige zumindest halbwegs wiedergutzumachen”“, sagte der Unternehmer und Präsident des FC Bayern München der Sport Bild.
Hoeneß weiter: “Ich will reinen Tisch machen. Das Gesetz bietet ja diese Möglichkeit.” Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen den 61-Jährigen wegen Verdachts der Steuerhinterziehung.
Zwanziger erwartet Häme
Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger glaubt, dass die Steueraffäre Uli Hoeneß das Ansehen des deutschen Fußballs beschädigen wird. “Dieser Fall dient nicht gerade unserer Wertschätzung und Glaubwürdigkeit. Wir gelten ja oft als Besserwisser. Da werden wir nun einige Häme zu spüren bekommen”, sagte Zwanziger der “Bild”-Zeitung (Dienstag).
Der DFB dagegen hatte die Steueraffäre Hoeneß nicht kommentieren wollen. “Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, bitten wir um Verständnis, dass sich der DFB aktuell nicht weiter äußern möchte”, sagte DFB-Sprecher Jens Grittner am Montag. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen den 61-jährigen Hoeneß, Präsident des deutschen Meisters FC Bayern München und Unternehmer, wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung.
Auch ein Uli Hoeneß hatte einmal Haare: Dieses Foto zeigt ihn mit 21 Jahren (re., links Gerd Müller).
Wegen chronischer Kniebeschwerden beendete Hoeneß seine Profi-Karriere schon mit 27 – und wurde Manager der Bayern.
Über 40 Jahre war er der “Mr. Bayern”, machte den Klub zu einer Weltmarke.
Im reifen Funktionärsalter blickt er stolz auf das Erreichte zurück. “Der FC Bayern ist ein gesellschaftliches Ereignis”, schwärmt er, der sich selbst gesellschaftlich oft zu Wort meldet. Sei es mit Kritik an Spekulanten oder mit Lob für Kanzlerin Angela Merkel.
Hoeneß mit Trainer und Kumpel Jupp Heynckes: “Die müssen sich doch mal den Frust von der Seele saufen. Wir haben doch früher auch auf dem Oktoberfest die Maßen reingelassen.”
Kaum einer polarisiert wie Hoeneß, seine Spieler hat er stets verteidigt.
“Uli Hoeneß ist die Marke und der Manager schlechthin. Ich glaube, so eine Managerleistung wird es im Fußball nicht wieder geben”, sagt voller Hochachtung Christian Nerlinger, der bei den Bayern als Sportdirektor die schwere Nachfolge von Hoeneß im sportlichen Bereich angetreten hat – und an den hohen Erwartungen gescheitert ist.
Auf sein Lebenswerk kann er mit 61 stolz und glücklich blicken. “Wenn ich das so sehe, sind viele Dinge verwirklicht worden, wie ich mir einen Fußballverein vorstelle.”
Uli ist mit Susanne verheiratet, ist Vater zweier Kinder.
Hoeneß gab sich stets volksnah, war und ist – im Gegensatz zu z. B. Karl-Heinz Rummenigge – bei den Fans populär.
Einen “barocken Kraftprotz” nannte ihn die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.
“Uli ist eine Art Feierbiest”, bemerkt der langjährige Weggefährte Rummenigge. Hoeneß sei “eine außergewöhnliche Figur beim FC Bayern, der den Klub hochemotional sieht und geführt hat”, würdigte der Vorstandschef.
Beruflich hatte und hat er auch mit seiner Wurstfabrik Erfolg.
Im Moment bangt er um seinen guten Ruf.