27.05.13, 02:30
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London. Bastian Schweinsteiger drückte Uli Hoeneß auf der Ehrentribüne des Londoner Wembley-Stadions den riesigen Pokal in die Hand. Nur zögerlich griff der Vereinspatron zu, hob die begehrteste Trophäe im europäischen Vereinsfußball in die Höhe – und durfte sich über solidarische “Uli, Uli, Uli”-Rufe aus der Bayern-Kurve freuen. Er wollte diesen Augenblick des Triumphes in der Champions League unbedingt vor Ort erleben, er wusste aber auch, dass angesichts seiner Steueraffäre allzu offensiver Jubel wahrscheinlich nicht bei jedem gut angekommen wäre.
“Ich spüre bei allen Spielern, dass sie sich sehr für mich gefreut haben. Das zeigt, dass man nicht alles falsch gemacht hat in den letzten zehn Jahren”, bekundete Hoeneß. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit der er sich so gerne aussprechen würde, gab es ein Wiedersehen, nach dem Schlusspfiff einen Händedruck der Regierungschefin. Merkel war dem Mann nicht ausgewichen, der sie mit seiner Steuerhinterziehung so “enttäuscht” hatte.
.”Es war für mich in den letzten Wochen nicht einfach, aber Mannschaft und Verein haben unglaublich zu mir gestanden”, betonte er. Nach wie vor steht das Ermittlungsergebnis der Staatsanwälte nach seiner Selbstanzeige aus, das Einfluss auf seine Zukunft haben dürfte. Die Firmenchefs der Großsponsoren von Audi über Adidas und Telekom bis zu VW hatten ihn vor drei Wochen im Amt gehalten, was ihnen öffentlich und von politischer Seite einige Kritik eintrug. “Vor den Endspielen in Champions League und DFB-Pokal wäre es falsch gewesen, noch mehr Unruhe in den Verein hereinzutragen”, begründete VW-Chef Martin Winterkorn den Beschluss gegenüber der “Bild am Sonntag”. Er sagte aber auch: “Sollte es neue Erkenntnisse geben, werden wir das erneut besprechen.”
Am kommenden Sonnabend trifft der FC Bayern in Berlin im Finale des DFB-Pokals auf den VfB Stuttgart. Das historisch einmalige Triple ist wahrscheinlich. Für Hoeneß könnte es das Endspiel werden.