03.07.2013 –
(red) Nachdem an einer privaten bayerischen Fachoberschule ein kompletter Jahrgang die Abschlussprüfung nicht bestanden hat, üben Lehrerverbände heftige Kritik am Ministerium.
In einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung erklärte der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, es sei ein Missstand, dass die staatliche Aufsicht meist bei der Genehmigung einer Privatschule ende. Dies sei schon im Zusammenhang mit den Missbrauchsskandalen der vergangenen Jahre als Problem erkannt worden. Es sei gegenüber Schülern und Eltern nicht verantwortbar, eine private Fachoberschule zwei Jahre arbeiten zu lassen, um dann bei der Abschlussprüfung deren Komplettversagen festzustellen.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bayern forderte die Schließung der privaten FOS. Auch ihrer Meinung nach hat die Schulaufsicht versagt. Denn alle Schulen unterlägen der Aufsicht des Staates, das gelte auch für private Schulen. In diesem Fall, so die GEW, hätte das bayerische Kultusministerium rechtzeitig tätig werden müssen. Die gültige Rechtslage, dass eine Schule sich zwei Jahre bewähren muss, um die staatliche Anerkennung zu erhalten, sei offensichtlich kein ausreichender Schutz für die Schüler.
Die private Fachoberschule in Schweinfurt war in dieser Woche in die Schlagzeilen geraten, nachdem ein gesamter Jahrgang durch die schriftlichen Abiturprüfungen gefallen war. Bayerns Kultusminister Spaenle hatte dazu unter anderem erklärt, dass die Privatschulen in Deutschland einen breiten pädagogischen Gestaltungsfreiraum hätten und die staatliche Schulaufsicht nur in diesem rechtlich vorgegebenen Rahmen erfolgen könne. Die Schüler der privaten Fachoberschule könnten grundsätzlich im Rahmen der Schulordnung auf eine Staatliche Fachoberschule in der Region wechseln und hier ihren schulischen Weg fortsetzen.
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