Damit hat sich Klopp schon abgefunden. “Ich glaube, es ist Fakt, dass Robert nach der kommenden Saison zu den Bayern wechseln wird”, sagte der BVB-Coach der “WamS”. Was macht also Klopp, der sich immer gerne in der Rolle des Underdogs sieht? Er macht sich klein. “Natürlich fehlt uns Mario, der würde jeder Mannschaft auf diesem Planeten fehlen.”
Also: “Anhand der heute bekannten Fakten ist den Bayern die Meisterschaft nicht zu nehmen. Aber das hat uns auch in den vergangenen Jahren nicht daran gehindert, es zumindest zu versuchen.”
Gibt Klopp auf?
Er baut vor. Denn das Paket, das der FC Bayern mit dem Götze-Transfer plus der Ankunft von Weltweit-Wunschtrainer Pep Guardiola geschnürt hat, ist einzigartig. Der Triple-Sieger ist “nun noch hungriger”, das haben die Kapitäne Lahm und Schweinsteiger während des Trainingslagers in Riva am Gardasee versichert.
Ein weiteres Plus: Der Nachfolger von Jupp Heynckes lässt durch innovatives Training und eine neue, ganz spezielle Ansprache keine Spur von Trägheit und Sattheit aufkommen – im Gegenteil. Guardiola setzt auf Zusammengehörigkeitsgefühl und verschärft den Konkurrenzkampf.
Allein für die offensiven Mittelfeld-Positionen stehen Thomas Müller, Arjen Robben, Franck Ribéry, Toni Kroos, Xherdan Shaqiri und jetzt auch Götze zur Verfügung, vorne könnten Mario Mandzukic, Claudio Pizarro, Müller oder Götze spielen.
Mit welchen Mitteln Dortmund zumindest versucht, den Über-Bayern Paroli zu bieten, stellte Klopp anschaulich dar: “Wir haben Pfeil und Bogen. Und wenn wir genau zielen, können wir treffen. Nur die Bayern haben – gefühlt – eine Bazooka.” Eine raketenangetriebene Panzerabwehrhandwaffe.
Klopp weiter: “Die Wahrscheinlichkeit, dass sie treffen werden, ist also deutlich größer. Dennoch soll Robin Hood sehr erfolgreich gewesen sein.” Die Bayern-Armada jedenfalls ist gewachsen. An Selbstbewusstsein und Kaderstärke.
“Der Konkurrenzkampf wird groß sein, das wird sich nicht ändern, vielleicht sogar noch größer sein als im letzten Jahr”, sagte Toni Kroos, der seit Anfang April wegen eines Muskelbündelriss gefehlt hatte und nun wieder fit ist.
“Ich sehe keine Gefahr eines Nachlassens”, meinte Sportvorstand Matthias Sammer. Weil die Spieler nun süchtig sind – nach Erfolg. Schweinsteiger: “Man will einfach mehr und nochmal diese Momente genießen wie in London.”