München. Österreichs Jungstar David Alaba strotzt vor dem Länderspiel gegen die Elfenbeinküste nur so vor Selbstvertrauen. Der 20-Jährige hat sich mittlerweile bei Bayern München sogar zum Elfmeterschützen aufgeschwungen. Beim 2:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt traf der Linksfuß sicher ins rechte Eck. Die Bayern sind damit siebenPunkte vor dem ersten Verfolger Schalke 04 weiter auf Titelkurs.
Umringt von Stars wie FranckRibéry oder Arjen Robben schnappte sich Alaba den Ball. Auch Thomas Müller musste sich hinten anstellen. Weil der WM-Torschützenkönig nicht von Beginn an spielte, hatte Jupp Heynckes Alaba als ersten Schützen ausgegeben. „David hat bisher immer verwandelt, wenn er geschossen hat. Er hat gute Nerven“, begründete der Bayern-Trainer. „Das war wichtig in dieser Phase.“
Müller stellte sein Ego zurück, um ein Gerangel um den Elfmeter zu vermeiden. „Ich habe gesehen, dass der David sehr zielstrebig mit dem Ball in der Hand in Richtung Elfmeterpunkt geht“, begründete der DFB-Teamspieler. „Wir haben uns abgesprochen. Rausgekommen ist, dass ich es versuche“, so Alaba. Mittlerweile kann sich der Wiener auch gegen große Namen behaupten. Dabei ist er erst Mitte Oktober von einer dreimonatigen Verletzungspause wegen eines Mittelfußbruches zurückgekehrt.
Die Führung gefestigt
Alaba hatte schon im CL-Halbfinale der Vorsaison gegen Real Madrid den wichtigen ersten Penalty im Elfmeterschießen verwertet. Im Finale gegen Chelsea musste der Youngster wegen einer Gelbsperre mitansehen, wie seinen Kollegen vom Punkt die Nerven versagten. Im ÖFB-Team war zuletzt Andreas Ivanschitz für Strafstöße verantwortlich. Der Mainz-Legionär, am Freitag gegen Nürnberg (2:1) selbst Torschütze, traf Ende Februar im Test gegen Finnland (3:1).
Die Bayern verloren gegen Frankfurt Innenverteidiger Jérôme Boateng, der mit einem Muskelfaserriss vermutlich einige Wochen ausfallen dürfte. Dafür ist die Tabellenführung mit dem vierten Pflichtspielsieg in Serie gefestigt. Zehn Punkte haben die Münchner bereits auf den Sensationsaufsteiger gut, elf auf den viertplatzierten Meister Dortmund. „Wir haben etwas gebraucht, um ins Spiel zu kommen“, meinte Alaba. „Frankfurt hat richtig gut gespielt, aber wir haben gut dagegengehalten.“
Erster Verfolger bleibt Schalke. Die Gelsenkirchner rangen WerderBremen nach Rückstand mit 2:1 nieder, erhielten dafür Sonderlob von Trainer Huub Stevens. „Der Charakter des Kaders ist wirklich super“, erklärte der ehemalige Salzburg-Coach. „Ein erkämpfter und wichtiger Sieg. Die Mannschaft hat gefightet bis zum Schluss“, ergänzte Christian Fuchs, der im Gegensatz zu seinen Werder-Kollegen Marko Arnautović, Zlatko Junuzović und Sebastian Prödl mit einem Erfolgserlebnis beim Nationalteam einrückte.
Für den ÖFB kein Thema mehr ist Paul Scharner. Der Niederösterreicher verpatzte sich sein Startelfdebüt beim HSV mit einem Ausschluss – in Minute 35. „Ich bin von mir zutiefst enttäuscht“, gestand der 32-Jährige nach der gelb-roten Karte gegen Freiburg (0:0). „Im Endeffekt waren es drei Fouls, zwei Gelbe Karten – was soll man da sagen? Mir tut es leid für die Kollegen.“ [AP]
(“Die Presse”, Print-Ausgabe, 12.11.2012)