Ein Zeichen gegen das Vergessen – Main

„Benennung einer Straße nach Julie Lassmann“ lautete der Antrag der RL-IGU-Fraktion im Rimparer Marktgemeinderat. Entstanden sei die Idee, sagte Antragsteller und RL-Sprecher Oliver Voll, „im Arbeitskreis Kultur“.

In Auschwitz ermordet

Die Jüdin, die Tochter des Rabbiners Maier Lassmann, wurde 1943 von den Nationalsozialisten nach Auschwitz deportiert und ist dort ermordet worden. Mit der Benennung einer Straße nach ihr „können wir ein weiteres Zeichen gegen das Vergessen setzen“, so Voll.

Sowohl bei der SPD als auch bei der CSU fand dieser Antrag auf Anhieb viel Sympathie. CSU-Sprecher Hardy Weidner weitete den Gedanken weiter aus. Einfach so eine Straße benennen, war ihm zu wenig. „Den Ortskundigen wird bekannt sein, wo ihr Wohnhaus stand, vielleicht sollten wir diese Straße benennen“.

Das allerdings sah Bürgermeister Burkard Losert als etwas problematisch an. „Straßen, an denen Anwohner leben, sollten wir wegen den Kosten nicht umbenennen“, sagte er, „außerdem müssten dann die Anwohner nicht nur ihre Personalausweise, sondern noch viel mehr umändern, und das gibt Beschwerden“.

SPD-Sprecher Harald Schmid könnte sich vorstellen, in der Neubausiedlung eine Straße nach Julie Lassmann zu benennen. „Dann bräuchten wir noch mehr Straßen nach den jüdischen Mitbürgern, denn Straßen in Siedlungen werden oft nach Komponisten, Bäumen oder Vogelarten benannt“, so sein Argument. Vielleicht gäbe es auch eine Möglichkeit, die Alte Synagoge für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, „dann könnten wir den Weg dorthin nach ihr benennen“.

Entscheidung vertagt

Ob und auch wann eine Straße, ein Platz oder eine öffentliche Fläche nach der Rabbiner-Tochter benannt werden soll, wollte der Bürgermeister offen lassen. „Damit wird sich der Gemeinderat in einer späteren Sitzung befassen“, schlug er vor und fand damit die Zustimmung der Ratsmitglieder.

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