Düsseldorf (RP). Der 48 Jahre alte Berliner, bislang schon für den Nachwuchs verantwortlich, soll die “Nach-Nowitzki-Zeit” gestalten.
Als Dirk Bauermann (54) nach der EM-Endrunde 2011 den Job des Bundestrainers aufgeben musste, hatte er Frank Menz als Nachfolger vorgeschlagen. Der Deutsche Basketball Bund (DBB) entschied sich für Svetislav Pesic (63), der bereits von 1987 bis 1993 beim DBB angestellt gewesen war und sich nach dem EM-Triumph 1993 wieder dem Alltagsgeschäft eines Klubcoaches gewidmet hatte. Menz, der beim damals vom Serben betreuten Erstligisten Alba Berlin als Ergänzungsspieler einige Einsätze hatte (1993/94), wurde Assistent des Erfolgstrainers. Mit dem Nationalteam schaffte er souverän die Qualifikation für die EM 2013.
Nun ist Menz doch Bundestrainer, da Pesic vor zehn Tagen ein Engagement beim Bundesligisten Bayern München der Arbeit für den DBB vorzog. “Es gab für uns nur diese Option”, betonte Basketball-Präsident Ingo Weiss. Menz, der seine Trainerkarriere im Sommer 1994 beim Frauen-Bundesligisten Wemex Berlin begann, ist seit Ende 2006 für den DBB tätig. Der Verband stattete den 48-Jährigen nun mit einem unbefristeten Vertrag aus.
“Ich werde horchen, wie seine Vorstellungen sind, mittel- und langfristig”, sagte Menz über NBA-Star Dirk Nowitzki. Der 34-Jährige war vorgestern erstmals nach seiner Knieoperation im Oktober wieder beim Training der Dallas Mavericks, aber mehr als etwas Joggen und ein wenig Ballarbeit war noch nicht möglich. Der Würzburger hofft, Mitte Januar wieder für die Texaner auf Korbjagd gehen zu können.
Ob Nowitzki ins Nationalteam zurückkehrt, ist ungewiss, auch wenn er betonte, “Olympische Spiele 2016 in Rio wären großartig”. Aber Menz ist auch der Mann, der bereits intensiv an der Nach-Nowitzki-Zeit arbeitet und die Entwicklung weiterführen soll. “Wir sind in einem Umbruch und werden auch so planen”, sagte der 22. Basketball-Bundestrainer. Er hat 22 Kandidaten für die zwölf Plätze im EM-Kader und will nun schnell den Kontakt zu den Spielern suchen, die “ich ja alle bestens kenne”. Menz war auch für die U20- und die A2 verantwortlich. In den nach dem Nationalteam wichtigsten Mannschaften zeigte sich, dass der Nachwuchs viel verspricht.
Menz fühlt sich nicht als zweite Wahl. Einen Trainer, der wie zuletzt Bauermann zugleich beim DBB und in der Bundesliga arbeitet, darf es nach dem Willen der Klubs nicht mehr geben. “Zwei Aufgaben kannst du nicht zu 100 Prozent erledigen”, hatte Bauermann auch zugegeben. Es ist ja nicht nur der Einsatz im Sommer, wenn die Nationalspieler sich von Mitte Juli bis Mitte September auf ein Turnier vorbereiten und der Coach eine Zeit lang in der Saisonvorbereitung fehlt. Nachwuchs- und Trainingskonzepte müssen erarbeitet und umgesetzt werden. Ständige Präsenz ist wünschenswert. Hingewiesen wird auch auf die Gefahr, dass sich ein Spieler zu dem Klub hingezogen fühlen könnte, bei dem der Bundestrainer arbeitet.
Menz gibt sich selbstbewusst. “Wir werden sicher in der Verteidigung eine der besten Mannschaften in Europa sein”, sagt er. “Wir werden intensiv spielen, mit Lust und Laune. Mein Ziel ist es, die Mannschaft an ihre Grenzen zu führen.” Erste Prüfung wird die EM im September 2013, bei der die Qualifikation für die WM 2014 geschafft werden soll.