Drei Bayern-Meisterknaller gegen FCA – Schale zurück – Kreis

Von Klaus Bergmann und Christian Kunz, dpa

München (dpa) – Strahlend reckte Philipp Lahm die Schale im rot-weiß-goldenen Konfettiregen in die Höhe.

Um 17.39 Uhr war es wieder so weit, wenige Minuten nach dem 3:0 (0:0)-Sieg des FC Bayern München gegen den FC Augsburg überreichte Ligapräsident Reinhard Rauball die Meistertrophäe in der ausverkauften Münchner Fußball-Arena an den Kapitän des nunmehr 23-maligen Titelträger.

«Das ist eine besondere Ehre gewesen», gestand Lahm, der erstmals die Schale als Spielführer entgegennahm. Die größten Beifallsstürme erntete auf dem Weg zur Zeremonie Trainer Jupp Heynckes, der den Bierduschen seiner Spieler nach der Ehrung nicht entkommen konnte.

«Normalerweise muss man flinke Beine haben, aber die habe ich nicht mehr», scherzte der 68-Jährige. «Wenn man es versucht, kann es sein, dass man sich einen Muskelfaserriss zuzieht, und das wollte ich nicht.» Schon kurz nach dem Auftakt des Meister-Marathons hatte ein stolzer Heynckes seine durchnässten Klamotten in Lederhose und Trachtenhemd eingetauscht. «Die Mannschaft hat eine Saison gespielt, die in die Annalen eingehen wird», erklärte der scheidende Coach.

Ausgelassen zelebrierten Lahm Co. die Rückkehr der Schale nach München auf dem Rasen, wo auch die überdimensionalen Weißbiergläser zum Einsatz kamen. Und danach ging es weiter. «Wenn wir in zwei Wochen als junge Menschen nicht regenerieren, haben wir etwas falsch gemacht», kündigte Lahm eine lange Nacht an. Im Anschluss an die Feierlichkeiten im Stadion war ein Autokorso in die Innenstadt zur Präsentation auf dem Rathausbalkon geplant. «Jetzt fällt schon so ein Stück Last ab, jetzt können wir feiern», sagte Thomas Müller.

Vor dem Feier-Marathon mussten die Bayern für ihren 600. Bundesliga-Heimsieg einigen Widerstand brechen, ehe sie den FC Augsburg am Ende noch deutlich besiegten. Müller (69. Minute) sowie die eingewechselten Xherdan Shaqiri (82.) und Luiz Gustavo (87.) erzielten vor 71 000 Zuschauern die Tore. Trotz der Niederlage haben die Schwaben als Tabellen-16. am letzten Spieltag gute Chancen sogar auf den direkten Klassenverbleib. «Wir freuen uns auf das Finale gegen Fürth. Es geht um jedes Tor, jeden Punkt», sagte Trainer Markus Weinzierl zum Alles-oder-nichts-Spiel im eigenen Stadion.

Vor dem Anpfiff waren Bayern-Legenden von Franz Beckenbauer bis hin zum am meisten bejubelten Torwart-Titan Oliver Kahn für jeden der 22 früher errungenen Münchner Meistertitel ins Stadion eingezogen. Zudem wurde der scheidende Chefcoach Heynckes von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge unter tosendem Beifall mit einem Blumenstrauß offiziell verabschiedet. Der 68-Jährige wird am Saisonende den Trainerstuhl für Pep Guardiola räumen.

Der Meistercoach hatte – mit Daniel van Buyten für den gesperrt fehlenden Jérôme Boateng in der Abwehr – seine vermutliche Elf für das Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund aufgeboten. Diese begann entschlossen, doch FCA-Schlussmann Alex Manninger parierte einen Kopfball von Thomas Müller nach Flanke von Arjen Robben überragend (6.). Bei der zweiten Münchner Großchance stand der österreichische Schlussmann ebenfalls goldrichtig, als ein Schuss von Mario Mandzukic ihm mitten ins Gesicht prallte (18.).


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