Auffällig deutlich gab Franz Beckenbauer, Ehrenpräsident des FC Bayern, in den vorigen Wochen zu verstehen, dass er beim Münchner Club kaum noch etwas direkt erfährt. Wenn er Neuigkeiten mitbekomme, erklärte der 67-Jährige im Zuge der Verpflichtung von Trainer Josep Guardiola, dann vor allem über die Presse. Genau genommen: über die „Bild“. Und dort gab Beckenbauer nun ein Interview, in dem er es sich nicht nehmen ließ, kritische Worte zu seinem Verein auszusprechen.
Zum einen stört sich der frühere Weltmeister daran, dass trotz der aktuellen Erfolge und der klaren Tabellenführung sehr viel über den künftigen Coach Guardiola gesprochen wird. „Jupp legt eine Siegesserie wie noch nie hin – und dann wird nur von Guardiola geredet. Das würde mich auch nerven“, sagt Beckenbauer über Heynckes. Zum anderen übt er Kritik am Spiel der Bayern: „Es gibt auch für Guardiola bei Bayern was zu verbessern. Das schnelle Umschalten, Überzahl schaffen, den Gegner permanent unter Druck setzen.“
Was diese taktischen Bereiche des Spiels betrifft, ist Beckenbauer aufgefallen: „Da sind die Dortmunder derzeit näher an Barcelona als wir.“ Darum will der 67-Jährige, der zuletzt schon über „neue Spielertypen“ für die Bayern spekulierte, auch trotz des Vorsprungs von zwölf Punkten auf den BVB nichts von einer Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft wissen. „Die Dortmunder sind in der Lage, noch mal heranzukommen. Sollten wir aber die nächsten drei Spiele in Mainz, gegen Schalke und in Wolfsburg gewinnen, würde ich schon mal eine Prognose wagen.“