Ein Verwandter der Hitler-Geliebten Eva Braun hat Rückgabeforderungen an die Münchner Pinakotheken gestellt. Die Museen bestätigten entsprechende Informationen. Der angebliche Neffe war durch einen „Spiegel“-Bericht über Eva Brauns Brillantuhr, die in den Pinakotheken lagert, auf den Nachlass aufmerksam geworden und hatte Klage am Landgericht München I erhoben. Der Kläger ist allerdings inzwischen gestorben, und seine Erben haben die Klage zurückgenommen, teilten die Pinakotheken mit.
In den Museumsdepots lagert neben der Brillantuhr, die Hitler Braun zu ihrem 27. Geburtstag schenkte und mit einer Gravur versehen ließ, auch das Gemälde „Gebirgslandschaft an der spanischen Küste“ von Fritz Bamberger, das sich einst im Besitz Brauns befand und nach dem Krieg als „Überweisungen aus Staatsbesitz“ an die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ging. Das Gemälde haben die Sammlungen inzwischen in die Online-Datenbank Lost Art eingestellt, weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Nazis das Bild von jüdischen Vorbesitzern geraubt hatten.
Görings Champagnerbecher
Bei den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen lagern zahlreiche solche Wertgegenstände, darunter vor allem Kunst, die sich am Ende des Zweiten Weltkriegs im Besitz von Nazi-Größen wie Hermann Göring, Julius Streicher oder Martin Bormann befand. Zu finden sind Krawattenringe aus Platin, Manschettenknöpfe aus Gold, ein Ring mit Brillanten sowie ein goldener Champagnerbecher von Göring. Allein 4400 Gemälde und 770 Skulpturen, die nach dem Machtantritt der Nazis 1933 in die Bestände aufgenommen wurden, müssen die Staatsgemäldesammlungen auf ihre Herkunft untersuchen.