Coburg in Bayern ganz vorne

Coburg – Was in München vielleicht bis zum Oktoberfest dieses Jahres Wirklichkeit wird, ist seit dieser Woche Realität in Coburg: Surfen im Internet via Funk im Standard HSPA+, der Geschwindigkeiten bis zu 42,2 Megabit pro Sekunde ermöglicht. Das bedeutet für die Vodafone-Nutzer in Coburg eine Verdoppelung der Surfgeschwindigkeit mit mobilen Geräten wie Laptops, Tablets oder Smartphones. Der Telekommunikationsanbieter Vodafone Deutschland nahm dazu am Faschingsdienstag auf dem Dach der Hochschule Coburg offiziell eine neue Sendeanlage in Betrieb. “In Coburg haben wir die schnellste Technik installiert, die es derzeit auf dem Mobilfunkmarkt gibt”, sagte Oliver Baumann, Leiter der Netzoptimierung der Vodafone Region Süd, bei der Vorstellung der Anlage.

Investition in ICE-Strecke

Vier Standorte mit dem schnellen LTE-Standard seien derzeit schon in Betrieb, zehn weitere befinden sich in der Planung. Coburg habe jetzt als eine der ersten Städte in Bayern ein Mobilfunknetz auf dem neuesten technischen Stand. An 14 Standorten hätten Techniker die Hard- und Software ausgetauscht, erläuterte Baumann. Dabei sei ein weiterer Aspekt wichtig. Die Modernisierung führe zu einer Verringerung des Stromverbrauchs von 30 Prozent. Vodafone versorgt nach eigenen Angaben mehr als 90 Prozent der Haushalte in der Vestestadt mit schnellen mobilen Datendiensten.

Dass der Ausbau so konsequent erfolgt ist, liegt laut Oliver Baumann auch am Automobilzulieferer Brose. Diesen habe Vodafone als Großkunden gewinnen können. Dies habe mit dazu beigetragen, “dass wir unser Augenmerk auf die Versorgung der ganzen Stadt mit schnellen Funklösungen für die Internetanbindung richten”, betonte der Technikspezialist. Und: Auch in die Mobilfunkversorgung der ICE-Neubaustrecke Erfurt-Coburg-Nürnberg, die Ende 2017 in Betrieb geht, werde Vodafone in den kommenden Monaten investieren, ergänzte Pressesprecherin Dr. Margarete Steinhart, die am Faschingsdienst ebenfalls zur Inbetriebnahme auf das Dach der Hochschule gekommen war.

Auch die Telekom investiert in die Technik für schnelles Internet am Standort Coburg. Im Oktober vergangenen Jahres stellte das Unternehmen sein Projekt vor, dass 22 000 Haushalte im Vorwahlbereich 09561 ab Ende 2014 auf Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde zugreifen können. Dafür werden rund 30 Kilometer Glasfaser-Leitungen neu verlegt, kündigte Reinhard Brandl, Key Account Manager bei der Deutschen Telekom AG, im Herbst 2013 an.

Oberbürgermeister Norbert Kastner begrüßt die Investitionen der Telekommunikationsanbieter. Denn die eigenen Bemühungen, über den städtischen SÜC-Konzern flächendeckend Glasfaser zu verlegen, hätten wegen der angespannten Finanzsituation der Stadt zurückgefahren werden müssen. Das Projekt flächendeckender Breitbandversorgung sei deshalb vom kommunalen Versorgungsunternehmen zeitnah nicht zu schaffen. Allerdings hatte der Oberbürgermeister auch betont, dass der Glasfaserausbau für den SÜC-Konzern keineswegs vom Tisch ist. Kastner: “Wir haben es eingedampft, aber nicht eingestellt.”

Ausbau in Rödental

Die Telekom investiert auch in Rödental in das LTE-Funknetz. Die Technik “Long Term Evolution” ermögliche es, “Fotos, E-Mails und Musikdateien einfach über die Luft zu schicken – und zwar in ähnlich hohem Tempo wie im Festnetz”, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung. “Mit LTE haben wir die Möglichkeit, auch solche Orte mit schnellen Internet-Zugängen zu versorgen, die bisher nicht zu erreichen waren”, wird Bruno Jacobfeuerborn, Technik-Chef von Telekom Deutschland, in der Pressemitteilung zitiert. Damit komme man dem Ziel immer näher, “möglichst jeden an das schnelle Internet anzuschließen”.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Coburg befürwortet den Ausbau dieser Technik. Sie sei, so IHK-Präsident Friedrich Herdan, ganz entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Coburg. Unternehmen – vom Dienstleister bis hin zu großen Industriebetrieben – seien heute zunehmend darauf angewiesen, große Datenmengen problemlos senden und empfangen zu können.

Das unterstreicht Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Wenn sich Bayern “dauerhaft gleichgewichtig entwickeln soll, müssen wir die Datenautobahnen im Freistaat bis zum Jahr 2020 flächendeckend auf eine Übertragungsleistung von 100 Megabit pro Sekunde ausbauen. Kein Unternehmen wird auf Dauer seine Standorte halten können, wenn es nicht mit einer leistungsfähigen Anbindung ans Datennetz angeschlossen ist”, hatte Brossardt im November vergangenen Jahres bei der Regionalversammlung der Metall- und Elektroarbeitgeber für Oberfranken in Rödental betont.

In Coburg haben wir die modernste Technik installiert, die es derzeit auf dem Mobilfunkmarkt gibt.

Oliver Baumann, Leiter der

Netzoptimierung der Vodafone Region Süd

 

Der anhaltende Smartphone-Boom lässt die mittels Funktechnik übertragenen Datenvolumen steigen. Die Netze müssen diesem Datenstrom standhalten. Allein bei Vodafone halten mehr als 23 000 Mobilfunkstationen Verbindung untereinander und mit Netzen anderer Anbieter. Das wöchentliche Datenvolumen im Vodafone-Netz liegt bei 2,2 Milliarden Megabyte. Vodafone Deutschland hat 10 500 Mitarbeiter und ist mit 9,6 Milliarden Euro Umsatz einer der größten Telekommunikationsanbieter in Europa.

Die Deutsche Telekom verfügt derzeit über 140 Millionen Mobilfunkkunden sowie mehr als 17 Millionen Breitbandanschlüsse. Die Telekom beschäftigt weltweit 230 000 Mitarbeiter und erzielte 2012 einen Umsatz von 58,2 Milliarden Euro.

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