Champions League – Bayern: Landung mit Zoff im Koffer

Aus Manchester berichtet Daniel Rathjen (Twitter: @DanielRathjen)

England ist ein vertrautes Pflaster für den FC Bayern.

Die Erinnerungen an den großen Triumph in Wembley sind noch frisch.

Auch der Norden der Insel, Manchester, ist kein unbekanntes Terrain. Dort geht es für die Münchner am Mittwoch in der Champions League gegen City (ab 20:45 Uhr im Liveticker auf eurosport.yahoo.de) um die Tabellenführung in der Gruppe D.

“Das wird ein wirklich schweres Spiel werden”, glaubt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Einen Kommentar zum neu aufgeflammten Zoff um seinen Vorstandskollegen Matthias Sammer verkniff er sich indes vor dem Abflug des Titelverteidigers nach England. Er hatte ja bereits seinen Teil mit drastischen Worten dazu beigesteuert.

Aber nun goss auch noch überraschend Kapitän Philipp Lahm Öl ins Feuer.

Während sich die Mannschaft findet und die Ideen von Trainer Pep Guardiola immer besser umgesetzt werden, wirkt Sammer zusehends isoliert.

Wirklich kein Problem?

Er musste sich auf dem Flughafen in München zunächst mal informieren, was Lahm in dem Interview mit der “Zeit” tatsächlich gesagt hatte. “Alles gut, alles bestens. Das kann er machen. Damit habe ich kein Problem”, sagte er danach zur “Abendzeitung”. Ob dem wirklich so ist, wird sich zeigen. Fakt ist: Sein Ansehen in der Mannschaft hat aufgrund seiner Wutrede nach dem Spiel gegen Hannover 96 arg gelitten.

Im Vorfeld einer wichtigen Partie in der “Königsklasse” werden solche “Unruhe erzeugenden Themen” vom Verein für gewöhnlich schnell wieder ausgeblendet, doch man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass der Konflikt, dessen Ausgang kaum abzusehen ist, noch nicht ausgestanden ist. Sammer befindet sich auf schmalem Grat.

Dort wandelt auch Trainer Pep Guardiola, nicht minder angespannt, aber, was seinen Posten angeht, in sicherer Weise. Sein einziges Problem ist der Luxus im Kader. Gegen City wird er seine beste Mannschaft aufbieten, das ergibt Härtefälle und bedarf konsequenter Kommunikation.

Härtefall auf der rechten Seite

Die Abwehr steht sowieso, im zentralen Mittelfeld haben sich indes Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos festgespielt. Links ist Franck Ribéry gesetzt, die Sturmspitze gehört Mario Mandzukic. Doch wer spielt auf der rechten Seite?

Thomas Müller und Arjen Robben kämpfen um diese Position. Aktuell scheint der deutsche Nationalspieler einen kleinen Vorteil zu haben. Unter Guardiola ist Müller der beste Scorer mit sechs Toren und sechs Vorlagen – vor Robben (6/5). Zudem lobte Pep zuletzt Robbens Jokerqualitäten: “Wenn der Gegner ein bisschen müde ist, kann Arjen seine Qualitäten besonders gut zeigen”, weiß er. Dass Robben sich nur ungern auf die Bank setzt, wird ihm ebenso bewusst sein.

Keeper Manuel freut sich unabhängig davon auf ein “Duell auf Augenhöhe. City ist eine Mannschaft, die den Ball haben will. Sie wollen das Spiel machen und lauern nicht auf Konter, wie all die anderen Gegner zuletzt. Das kann uns vielleicht in die Karten spielen.”

Boateng trifft auf den Ex-Klub

Für den FC Bayern ist die Partie nach dem Supercupfinale gegen Chelsea die zweite große Standortbestimmung in dieser Saison. “Das ist für uns die Gelegenheit zu zeigen, wo wir stehen, wie weit wir sind”, betont Jerome Boateng. Für den Verteidiger ist es ein Wiedersehen mit seinem Ex-Klub.

Die Voraussetzungen für einen Erfolg stehen gut. In den vergangenen Jahren machten die Bayern ausschließlich gute Erfahrungen mit den “Himmelblauen”. Vor zwei Jahren stellte der FCB mit einem überzeugenden 2:0 zu Hause die Weichen auf den Gruppensieg, im bedeutungslosen Abschlusspiel in England trat man nur noch mit einer B-Elf (0:2) an.

Rummenigge: “Wir werden gejagt”

Das letzte Spiel gab es im Juli, als Bayern das Finale des Audi-Cup mit 2:1 gewann. Doch schon da zeigte sich, dass sich die Citizens unter dem neuen Coach Manuel Pellegrini verbessert haben. Zuhause ist sein Team eine Macht. Beweis dafür war das 4:1 gegen Manchester United.

Der Trainer gibt sich deshalb selbstbewusst: “So groß ist Bayerns Vorsprung vorm Rest nicht”, behauptet er.

Für Rummenigge kein Problem: “Man wird ein stückweit gejagt als Champions-League-Sieger und nicht nur zur Kenntnis genommen. Fußball-Europa wird uns jagen. Deshalb ist es so schwer, diesen Titel zu verteidigen. Aber wir versuchen das Unmögliche möglich zu machen”, stellte er klar.

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