Zwischen den ersten beiden Toren von Medhi Benatia (58.) und Arjen Robben (59.) lagen gerade einmal 105 Sekunden. Der Doppelschlag schockte Augsburg und brachte die Münchner auf die Siegerstraße.
“Vier Tore in einer Halbzeit sind eine gute Leistung, aber in der ersten Hälfte haben wir nicht perfekt gespielt”, sagte Robert Lewandowski bei Sky. Mit seinem Treffer zum 3:0 hatte der Pole selbst Anteil am Sieg, der die Bayern vorzeitig zum Herbstmeister machte. “Wir wussten, dass wir nach der Pause mehr Gas geben müssen”, so der Torjäger, der schon seinen achten Treffer gegen Lieblingsgegner Augsburg erzielte. Und genau das machte seine Mannschaft.
Während sich die Elf von Trainer Pep Guardiola in den ersten 45 Minuten kaum gute Möglichkeiten herausspielen konnte, fackelten die Topstars um Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso, die zum ersten Mal gemeinsam in der Startelf standen, ein Feuerwerk ab.
Benatias Tor-Debüt als Dosenöffner
Schon vor dem ersten Tor durch Benatia hätten Alonso per Kopf (51.) nach einem Eckball und Franck Ribéry (54.), der allein auf FCA-Torhüter Alexander Manninger zulief, die Führung besorgen müssen.
“Da braucht man manchmal eben auch Geduld”, erklärte Schweinsteiger nach dem Abpfiff. “Es gibt einen Grund, warum Augsburg so weit oben steht. Sie sind sehr leidenschaftlich und haben in der ersten Halbzeit gut verteidigt.” Umso wichtiger war Benatias Dosenöffner nach einer Standardsituation – übrigens das Tor-Debüt für den Marokkaner in der Bundesliga: “Wir waren sehr froh als das 1:0 gefallen ist, weil Augsburg danach versucht hat offensiver zu spielen. Dann gibt’s eben auch mehr Räume und wir haben die Tore nachgelegt”, so Schweinsteiger weiter.
Ähnlich sah es Augsburgs Manager Stefan Reuter: “Wenn man es nicht mehr schafft kompakt genug zu stehen, dann spielen die Bayern natürlich immer in die Schnittstellen und schließen dann auch eiskalt ab. In der zweiten Halbzeit hatten wir keine Chance mehr.”
Treffender könnte das Fazit kaum lauten. Denn noch erstaunlicher als die blanke Tatsche, dass Bayern auch schwere Spiele letztendlich klar mit 4:0 gewinnen, ist die Art und Weise, wie erfolgshungrig der Rekordmeister in jedem Spiel auftritt.
Schlechte Tage gibt es beim Rekordmeister nicht mehr – jede Partie wird hochkonztriert angegangen. Die vier Treffer in 13 Minuten lassen da beinahe vergessen, dass die Abwehr in den vergangenen 13 Bundesliga-Spielen nur ein Gegentor kassierte.
Über Monate hinweg spielt der Rekordmeister auf höchstem Niveau – eine Leistung, die auch außerhalb Münchens maximale Anerkennung bringt.
Beeindruckendes Offensiv-Spektakel
Die Motivation beim Rekordmeister ist erstaunlich, die Bayern rollen über die Liga hinweg und die Verletztenliste schrumpft nach der Rückkehr von Schweinsteiger und Claudio Pizarro auch noch – Mögliche Probleme sind nicht in Sicht. Vor allem, da auch das Zusammenspiel von Alonso und Schweinsteiger sehr gut passte: “Natürlich funktioniert das. Wir haben so viele flexible Spieler und Spielsysteme, da ist das gar kein Problem für uns”, so Schweinsteiger.
Das Spiel in der SGL Arena war nach Robbens tollem Schlenzer zum 2:0 eigentlich entschieden, doch für den Niederländer und seine Kollegen war dies lediglich der Startschuss. Im Minutentakt rollten nun die Angriffe auf den Kasten von Manninger, von Zurücklehnen und Entspannung keine Spur. Die Offensivreihe der Münchner fand immer mehr Spaß an den entstandenen Räumen und drehte weiter auf. Lewandowski nutzte den zu großen Abstand seiner Gegenspieler zu einem platzierten Weitschuss (68.) und der unermüdliche Robben setzte nach einem schönen Dribbling den Schlusspunkt zum 4:0 (71.).
Überhaupt steht der Flügelspieler schon seit Wochen für die hochmotivierte Einstellung der Bayern. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge adelte ihn in Augsburg kurzerhand zum “besten Feldspieler der Welt”. Für Guardiola ist er “ein super Profi, ein super Spieler. Ich freue mich über Spieler mit so einer überragenden Qualität.”
Doch nicht nur Robben befindet sich in exzellenter Verfassung. Jede Partie wird von Bayern mit aggressivem Gegenpressing und intensiven Zweikämpfen geführt, und das wie in Augsburg bis zum Schlusspfiff. Selbst der FCA, vor dem Anpfiff noch das zweikampfstärkste Team der Liga, konnte nur 44 Prozent der Duelle gewinnen.
Die Leidenschaft, die “Turbo-Robben” vorlebt ist längst auf seine Mitspieler übergesprungen: “Wir haben noch zwei Spiele in diesem Jahr und wir wollen noch sechs Punkte holen”, richtete Lewandowski den Blick schon auf die Spiele gegen Freiburg und Mainz.
VIDEO: Ödegaard trainierte schon bei Bayern
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