Doch die Subvention für die weniger Finanzkräftigen geht zwangsläufig auf Kosten der Starken. Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zahlten demnach im vergangenen Jahr insgesamt 7,9 Milliarden Euro in den Ausgleichstopf – ein Plus von 600 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Den größten Batzen davon musste, mit 3,9 Milliarden, Bayern berappen.
Bayern und Hessen wollen ihre lange angedrohte Klage gegen den Länderfinanzausgleich nun am 5. Februar auf den Weg bringen. Das kündigte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag zum Abschluss der CSU-Fraktionsklausur in Wildbad Kreuth an. Bei einer gemeinsamen Kabinettssitzung an diesem Tag in Wiesbaden solle die Klage beschlossen werden. Seehofer nannte den Finanzausgleich eine „himmelschreiende Ungerechtigkeit“ und fügte hinzu: „Wir sind solidarisch, aber nicht blöd.“ Zugleich rief er Baden-Württemberg eindringlich auf, sich der Klage anzuschließen.
Für Berlin bleibt zu hoffen, dass der Widerstand erfolglos bleibt: Dorthin flossen mit 3,3 Milliarden Euro laut Handelsblatt gut 40 Prozent des gesamten Transfervolumens. Damit war Berlin der größte Profiteur des Transfers.
Die Summe, die über den Finanzausgleich hin und hergeschoben wird, ist über die Jahrzehnte mehr oder weniger stetig angewachsen. Im Jahr 1995 stieg das Volumen sprunghaft von umgerechnet rund 1,5 Milliarden auf 5,7 Milliarden Euro, weil die neuen Bundesländer und Berlin in das Transfersystem aufgenommen wurden. Bayern, Baden-Württemberg oder Hessen sind dabei bis heute die größten Nettozahler, während die ostdeutschen Länder und einige notorisch klamme Länder im Westen wie das Saarland oder Niedersachsen noch nie in die Ausgleichskasse einzahlen mussten.