Frisch gegründetes Gesundheitsministerium setzt Prioritäten
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vor 20 Minuten


Die neue Gesundheitsministerin Melanie Huml will das Förderprogramm für Landärzte ausbauen. Nach den Hausärzten will die oberfränkische CSU-Politikerin nun auch Fachärzte bezuschussen, um die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum zu sichern. “Fast jeder dritte Hausarzt in Bayern ist über sechzig Jahre alt. Die Fachärzte sind zwar im Schnitt etwas jünger als die Hausärzte, aber über kurz oder lang werden wir vor einer ähnlichen Situation stehen”, sagte Huml der Nachrichtenagentur dpa.
“Ich möchte bei den Kinderärzten beginnen. Wenn wir ein familienfreundliches Land sein wollen, müssen wir vor allem darauf achten, dass wir bayernweit genügend Kinderärzte haben.”
Die Staatsregierung hatte dazu in der vergangenen Legislatur drei Dinge beschlossen: einen Zuschuss von 60.000 Euro für die Übernahme von Arztpraxen in ländlichen Gebieten mit wenig jungen Ärzten; Stipendien von 300 Euro monatlich für Medizinstudenten, die sich verpflichten, nach der Ausbildung mindestens fünf Jahre auf dem Land zu arbeiten sowie und die Förderung “innovativer Versorgungskonzepte”.
Außerdem will Huml die Vereinbarkeit von Familie und Arztberuf fördern. “Mittlerweile sind über sechzig Prozent der Medizinstudierenden Frauen”, sagte sie. “Wir brauchen eine bessere Work-Life-Balance im Arztberuf. Viele Ärztinnen und Ärzte möchten Familie und Kinder haben, Teilzeit arbeiten und nicht sieben Tage die Woche 24 Stunden in Bereitschaft sein, wie es früher die Regel war.” Den dritten Akzent wolle sie bei der Weiterbildung von Allgemeinmedizinern setzen.
Auch Gesundheitsvorsorge soll ausgebaut werden
Bereits in Vorbereitung ist ein “Bayerischer Präventionsplan”. “Der Wunsch, möglichst lange und aktiv zu leben, ist in der Bevölkerung da, und dabei wollen wir die Menschen unterstützen”, sagte Huml, die selbst studierte Medizinerin ist. “Es gibt vor allem zwei Bevölkerungsgruppen, bei denen wir anfangen wollen: Männer und Familien mit Migrationshintergrund.” Viele Männer gingen nach wie vor nur ungern zu Vorsorgeuntersuchungen. “Bei dem Präventionsplan soll es sowohl um die Vorbeugung bestimmter Krankheiten gehen als auch um die Gesundheitsförderung allgemein.” Ein Schwerpunkt soll im kommenden Jahr das Thema Diabetes werden – “in vielen Fällen eine vermeidbare Krankheit”, wie Huml sagte.
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Auf der anderen Seite will die Ministerin die Gesundheitsvorsorge insgesamt ausbauen: “Wir können die Schuleingangsuntersuchungen vorverlegen, so dass wir früher über den Gesundheitszustand aller Kinder informiert sind und rechtzeitig Maßnahmen ergreifen können. So sind Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund häufiger etwas übergewichtig.” Weitere Punkte: der Ausbau der betrieblichen Gesundheitsvorsorge und eine engere Zusammenarbeit mit den Kommunen.