Bayern bereitet sich auf den G-7-Gipfel in Elmau vor

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27. März 2015 00:05 Uhr

Mobile Haftzellen

Im Juni herrscht im Werdenfelser Land der Ausnahmezustand – der G-7-Gipfel kommt nach Elmau. Bayern bereitet sich vor und hat dafür die jüngsten Krawalle in Frankfurt genau analysiert.


  1. Beim Roten Kreuz in Weilheim wird der Einsatz in Elmau simuliert. Foto: DPA

Bisher haben sich die Bürger im Werdenfelser Land hauptsächlich gefragt, welche Unannehmlichkeiten wie etwa Straßensperrungen und stillgelegter Zugverkehr auf sie zukommen, wenn sich am 7. und 8. Juni die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrienationen zum G-7-Gipfel auf Schloss Elmau treffen. Nach den schweren Krawallen in Frankfurt bei der Einweihung der neuen EZB-Zentrale in der vergangenen Woche stellt sich aber verstärkt die Frage: Wie sicher ist Elmau? Wird es durch Linksautonome zu ähnlichen Szenen kommen?

“Wir arbeiten an einer detaillierten Lageanalyse der Frankfurter Vorgänge”, sagte Hans-Peter-Kammerer, Sprecher des G-7-Planungsstabes der bayerischen Polizei, gegenüber der BZ. Man müsse verhindern, dass die Anstifter von Gewalt auch bei dem Gipfel zum Zuge kämen. Zugleich wird aber darauf hingewiesen, dass sich die Großstadt Frankfurt nicht mit Elmau vergleichen lässt. Der Zugang zum Konferenzort besteht aus einer schmalen Straße durch den Wald. Umgeben ist die Anlage von teils unwegsamer Bergwelt. Die nächste größere Stadt ist Garmisch-Partenkirchen, wo auch weite Teile der G-7-Logistik angesiedelt sein wird. 15 000 Polizisten werden den Gipfel schützen – von der bayerischen Polizei, der Bundespolizei, aus anderen Bundesländern und vom Bundeskriminalamt. Im Freistaat gibt es eine Urlaubssperre für die Beamten. Anreisen werden 5000 Medienvertreter sowie die Delegationen der Staatschefs.

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Unklar ist bisher, wie viele Gegner kommen und welche Aktionen sie vorhaben. Die Gruppe “Stop-G-7-Elmau” plant neben einem “Alternativgipfel” in München auch eine Großdemo in Garmisch, Camps sowie einen Sternmarsch nach Elmau am ersten Gipfeltag. Dabei dürften die Gegner aber höchstens bis zum “erweiterten Sicherheitsbereich” vorstoßen. Dieser beträgt laut Polizeisprecher Kammerer mehrere Quadratkilometer rund um das Hotel und ist nur für akkreditierte Personen zugänglich. Potentielle Gewalttäter will die Polizei erst gar nicht so weit kommen lassen. Deshalb werden die Straßen nach Garmisch-Partenkirchen kontrolliert, auch gibt es Kontrollen an den fünf Grenzübergängen zu Österreich. Dafür wird höchstwahrscheinlich das Schengen-Abkommen ausgesetzt, welches das freie Reisen in einem Großteil der EU-Staaten ermöglicht. Für festgenommene Straftäter werden in Garmisch gar mobile Haftzellen errichtet, wie Kammerer sagt.

Derzeit bestehen eher wenig Chancen für die Gegner, die von ihnen gewünschten Übernachtungscamps zu errichten. Denn bislang haben ihnen Kommunen und Privatleute keine Flächen dafür überlassen. “Wir bewerten die Camps äußerst kritisch”, meint der Polizeisprecher. Die Erfahrungen zeigten, etwa beim G-8-Gipfel 2007 in Heiligendamm, dass es gerade in Camps zur “Verabredung von Straftaten” komme. Die Camp-Veranstalter könnten das nicht verhindern, auch wenn sie selbst friedlich gesinnt sind. Einen Zaun um das Gipfel-Hotel kann es aufgrund der Berge nicht geben, dies wolle man auch “aufgrund der schönen Landschaft” nicht. Dafür werden tausende Polizisten den Ort sichern. Auf den Berggipfeln werden Beamte mit hochalpiner Erfahrung wachen, die auf Almen schlafen.

Autor: Patrick Guyton

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