Bayerisches Fleckvieh Genetik "made in Bayern"

Vor fünfzig Jahren hieß es in Sachen Rinderzucht: Spezialisierung. Entweder Milchproduktion oder Fleischproduktion. Ein Mittelding wie die Doppelnutzung galt als antiquiert und ohne Zukunft. Doch das Bayerische Fleckvieh ist auf Doppelnutzung angelegt: Milch und Fleisch, Spitzenleistungen gab es allerdings keine. Den Züchtern eines bayerischen Besamungsunternehmens ist es jedoch gelungen, die Stärken der Rasse herauszuarbeiten. Und was früher die größte Last des Fleckviehs war, ist heute sein Vorteil: die Doppelnutzung.

Der Vorteil der Rasse Fleckvieh

In den letzten Jahren sind die Preise für vielversprechende Jungbullen rasant gestiegen. Auf Auktionen in Bayern sind schon über 100.000 Euro gezahlt worden. Das liegt vor allem an der Gen-Analyse, mit der heute schon früh Aussagen zu den Vererbungsmerkmalen getroffen werden. Ein Grund ist aber sicher auch das weltweit gestiegene Interesse am Fleckvieh.

Milch und Fleisch in einem Betrieb, auf denselben Flächen mit denselben Tieren zu produzieren, war in Bayern – vor allem in den Grünlandregionen – wegen knapper Flächen schon immer wichtig. Auch international nimmt die Konkurrenz um landwirtschaftliche Flächen zu. Jeden Tag gehen 30.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche verloren, so dass die Effizienz pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche ein ganz entscheidendes Kriterium für die zukünftige Milch- und Rindfleischproduktion weltweit ist.

Die bayerische Kuh erobert die Welt




Euter einer jungen Fleckviehkuh: In den letzten zehn Jahren ist Fleckvieh zur zweitgrößten Rasse in den Niederlanden aufgestiegen.

Früher beherrschten schwarzweiße Milchkühe das Landschaftsbild in den Niederlanden. Heute ist auch Bayerisches Fleckvieh dort vertreten, und zwar nicht zu knapp. Die Vorteile der Doppelnutzung scheinen sich international immer mehr herum zu sprechen. 35 Prozent der Sperma-Portionen aus der Besamungsstation ‘Bayern Genetik’ gehen mittlerweile in den Export – nach Australien, China, Kanada, Mexiko und Kenia. Das Fleckvieh passt heute in die unterschiedlichsten Produktionsformen der Landwirtschaft. Von der intensiven Nutzung bis zum Einsatz in Heumilchbetrieben ist alles möglich. Bayerisches Fleckvieh, geeignet selbst für afrikanische Kleinbauern, für die Subsistenzwirtschaft, wo die Familien nur eine Kuh haben, aber von dieser Kuh leben müssen und dann aus dem Mist auch gleich Mini-Biogas-Anlagen betreiben.

Das Bayerische Fleckvieh als Klimaschützer




In den USA gibt es mehr als dreißig Millionen Rinder nur für die Fleischproduktion.

Die Gedankenspiele der Fleckviehzüchter gehen noch weiter. Denn keine Kuh ist in der Doppelnutzung so produktiv wie das Fleckvieh. Mit wenigen Kühen viel produzieren, das schont das Klima. Denn Kühe stoßen beim Verdauen große Mengen des klimaschädlichen Gases Methan aus, das 21 mal schädlicher für das Klima ist als Kohlendioxid. Beispiel USA: Dort gibt es bislang fast nur spezialisierte Rassen – neun Millionen Milchkühe und 32 Millionen Fleischrinder. Mit der Doppelnutzungsrasse Fleckvieh bräuchte man viel weniger Kühe, um die gleiche Menge an Milch und Fleisch zu produzieren.

This entry was posted in DE and tagged by News4Me. Bookmark the permalink.

About News4Me

Globe-informer on Argentinian, Bahraini, Bavarian, Bosnian, Briton, Cantonese, Catalan, Chilean, Congolese, Croat, Ethiopian, Finnish, Flemish, German, Hungarian, Icelandic, Indian, Irish, Israeli, Jordanian, Javanese, Kiwi, Kurd, Kurdish, Malawian, Malay, Malaysian, Mauritian, Mongolian, Mozambican, Nepali, Nigerian, Paki, Palestinian, Papuan, Senegalese, Sicilian, Singaporean, Slovenian, South African, Syrian, Tanzanian, Texan, Tibetan, Ukrainian, Valencian, Venetian, and Venezuelan news

Leave a Reply